Freiburg: Aktion: SC Freiburg und Uniklinik starten Organspende-Offensive – badische-zeitung.de

SC Freiburg und Uniklinik starten Organspende-Offensive

Die Organspende-Bereitschaft in Deutschland kann prominente Unterstützung gut gebrauchen: Der Sportclub Freiburg und die Uni-Klinik starten daher eine gemeinsame Initiative, um Spendewillige zu gewinnen.

Seit heute mit dabei: SC-Spieler und potenzieller Organspender Heiko Butscher. Foto: Ingo Schneider

  Eine im besten Fall überlebenswichtige Initiative starteten gestern das Freiburger Universitätsklinikum, der Sportclub Freiburg und die Deutsche Stiftung Organspende (DSO). Weil in Deutschland aufgrund fehlender Bereitschaft, Organe zu spenden und fehlender Koordination in den Krankenhäusern jedes Jahr etwa 1000 Menschen sterben, soll die Akzeptanz für die Organspende verbessert werden.
Bei den kommenden SC-Heimspielen gegen Nürnberg, Ahlen und Ingolstadt verteilen SC-Helfer deshalb 50 000 Broschüren mit Organspendeausweisen und 25 000 blinkende Herzen. Auf den Anzeigetafeln läuft ein Film, in dem eine junge Freiburgerin, die dank einer Organspende ein neues Leben geschenkt bekam, sagt: „Das Glück, das man mir geschenkt hat, kann ich nicht in Worte fassen.“

Die Lage ist nicht nur im Freiburger Uniklinikum dramatisch. „In Deutschland leben 82 Millionen Menschen, wenn da im Jahr noch nicht einmal 400 Spenderherzen anderen Menschen das Weiterleben ermöglichen, ist das ein Skandal“, sagt Friedhelm Beyersdorfer, Chefarzt der Herz- und Gefäßchirurgie. Nahezu jeder Mensch würde im Ernstfall gerne eine Organspende annehmen, viel zu wenige aber auch selber eines spenden. Auf die Bedenken vieler, ob beim Organspenden alles mit rechten Dingen zugehe, meint Beyersdorf: „Ich, meine Frau und meine Kinder haben einen Organspendeausweis, wenn irgendwo alles genauestens geregelt ist, dann bei der Organspende.“ Den Ausweis hat seit gestern auch SC- Kapitän Heiko Butscher: „Was gibt es Schöneres, als Menschenleben zu retten. Ich stehe voll und ganz hinter der Aktion.“

In Deutschland leben derzeit 60 000 Menschen nur noch, weil ihnen Organe gespendet wurden, berichtete DSO-Chef Günter Kirste: „Ich setze sehr große Hoffnung in diese Freiburger Initiative, wir werden versuchen, diese an allen anderen Bundesliga-Standorten ebenfalls mit den Kliniken umzusetzen.“ Dafür will die DSO beim ersten Welttag der Organspende im Oktober werben. „Feuer und Flamme für diese Aktion“ ist auch Bernward Passlick, Chef der Freiburger Thoraxchirurgie: „Wenn wir mehr Organe hätten, könnten wir mehr Leben retten.“ Aktuell warten 420 Menschen in Freiburg auf eine Niere. „Wir transplantieren gerade die Menschen, die 1999 auf die Warteliste kamen“, berichtete Przemyslaw Pisarski, Leiter des Transplantationszentrums.

Die fehlende Spenderbereitschaft ist ein Grund für die im internationalen Vergleich blamablen Transplantationszahlen in Deutschland, ein zweiter: „Viele Krankenhäuser melden uns mögliche Organspender gar nicht“, kritisiert Kirste, „wenn alle Häuser wie Freiburg arbeiten würden, wären wir einen Riesenschritt weiter.“

Quelle: Freiburg: Aktion: SC Freiburg und Uniklinik starten Organspende-Offensive – badische-zeitung.de

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