Organspende schenkt Leben – CDU Stadtverband Schorndorf

Organspende schenkt Leben – CDU Stadtverband Schorndorf

Organspende schenkt Leben

08.09.2011 19:00 von Joachim Seufferle (als PDF)

„Jeder kann Lebensretter sein“, so leitete der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ingo Sombrutzki im Feuerwehrhaus Schorndorf ins Thema Organspende ein und stellte den Referenten des Abends, Martin Kalus, vor. Seit 1991 ist der Schorndorfer Kalus als Transplantationskoordinator für die Deutsche Stiftung Organtransplantation und das Transplantationszentrum im Katharinenhospital Stuttgart tätig und wirbt seitdem auch in zahlreichen Vorträgen für Organspenden.

Rund 12.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan. Davon sterben jedoch immer noch täglich zwei bis drei Patienten, weil ihnen kein Spenderorgan zu Verfügung steht. Mit diesen dramatischen Zahlen begann der 90-minütige Vortrag unter dem Motto »Organspende: richtig, wichtig, lebenswichtig«. Martin Kalus berichtete von 7.515 Patienten auf der Warteliste für eine Niere in Deutschland. In Ländern mit einem Widerspruchsgesetz, wie Belgien und Österreich sind es nur 867 beziehungsweise 783 Menschen. Die Wartezeit auf Organe in Deutschland liege bei 7 – 9 Jahre. Während dieser Zeit schreite die Erkrankung des Patienten immer weiter fort. Je früher eine Transplantation durchgeführt wird, desto erfolgsversprechender sei sie. Doch der Mangel an Organspendern verhindert dies leider. So gibt es in Deutschland nur durchschnittlich 15,9 Spender pro 1 Million Einwohner, dabei ist Baden-Württemberg mit 12,5 Spendern das bundesweite Schlusslicht. Die höchste Quote in Europa weist Spanien mit 34,4 Spendern auf.

Eine Organentnahme ist grundsätzlich nur nach Feststellung des Hirntodes durchführbar. Martin Kalus informierte die Besucher detailliert und verständlich über das gesetzlich festgelegte Verfahren, bis der Hirntod festgestellt wird. Zahlreiche, genau festgelegte Untersuchungen sind die Voraussetzung für dieses Testat. Der Referent ging bewusst auf unterschiedliche Meinungen zum Thema Hirntod ein und stellte fest: »Wer jahrelang in Intensivstationen gearbeitet hat, zweifelt nicht mehr am Hirntod.«. Seit 1997 gibt es in Deutschland das Transplantationsgesetz mit der sogenannten Informationslösung. Dies bedeutet, dass die Angehörigen kurz nach der Feststellung des Hirntodes entscheiden müssen, ob der Betroffene einer Organspende zugestimmt hätte. Im positiven Fall steht an 365 Tagen rund um die Uhr der Koordinator der Deutschen Stiftung für Organtransplantationen (DSO) sofort zur Verfügung und leitet eine mögliche Transplantation in die Wege. Die DSO ist die Koordinierungsstelle für Spenden innerhalb Deutschlands, eingeteilt in 7 Regionen. Von dort aus wird disponiert, wo und welches Spenderorgan operiert wird, und von welcher Stelle dies den Patienten erreicht. Deutschlandweit dürfen in nur 40 Krankenhäusern, davon fünf in Baden-Württemberg, Transplantationen durchgeführt werden. Deutschland ist, wie sieben weitere europäische Länder, Mitglied bei Eurotransplant – der Informationszentrale zum Austausch von Organen.

Den Besuchern der CDU-Veranstaltung berichtete Referent Martin Kalus aber nicht nur von Zahlen, Ablauf und Gesetzen, sondern beschrieb eindrücklich die dahinter stehenden Schicksale der Patienten. Wie das einer 22-jährigen, die nach 7 Jahren Dialyse eine neue Niere bekommen habe. „Organspende ist in jedem Alter notwendig“, so Kalus, und unterstrich dies durch ein persönliches Erlebnis bei einer 78-jährigen Organempfängerin oder bei einem 82-jährigen Mann, der seinem Sohn eine Niere als Lebendspender geschenkt hat. Bei der Veranstaltung war zudem eine Patientin aus dem Rems-Murr-Kreis zu Gast, die seit 17 Jahren mit einer transplantierten Lunge und einem transplantierten Herz lebt.

Martin Kalus warb in seinem Vortrag darum, sich ein mal im Leben mit dem Thema Organspende zu beschäftigen und eine persönliche Entscheidung zu treffen. Welche Entscheidung sei jedem selbst überlassen. Diese »Entscheidungslösung« wird aktuell für eine neue Gesetzeslösung diskutiert. »Wichtig ist nicht nur das Ausfüllen eines Spenderausweises, sondern die Mitteilung an die Angehörigen über die Entscheidung«, so Kalus, der im Anschluss an seinen Vortrag viele Fragen der Besucher beantwortete und zum Schluss die Bitte äußerte, möglichst viele Menschen auf das Thema anzusprechen.

Etliche Besucher waren sichtlich nachdenklich und konnten überzeugt werden, wie wichtig es ist, für sich eine Entscheidung zu treffen. Nicht nur der Vorsitzende der CDU Schorndorf, Ingo Sombrutzki, füllte einen Organspendeausweis noch vor Ort aus.

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