Deutsches Ärzteblatt: Soziale Netzwerke motivieren zur Organspende

Baltimore – Soziale Netzwerke wie Facebook könnten die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Das berichtet die Arbeitsgruppe um Andrew Cameron an der John Hopkins University, Baltimore. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im American Journal of Transplantation (http://dx.doi.org/10.1111/ajt.12312).

In Deutschland besitzt nur rund 25 Prozent der Bevölkerung einen Organspendeausweis, obwohl laut Umfragen 70 Prozent der Deutschen der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber stehen. Öffentlichkeitsarbeit und transparente Informationen sind bei diesem sensiblen Thema unabdingbar, meinen die Wissenschaftler um Cameron.
Die Arbeitsgruppe suchte eine Möglichkeit, die Spendebereitschaft mit Hilfe von sozialen Netzwerken zu erhöhen. Durch eine neue Einstellung bei Facebook konnten die US-amerikanischen User am 1. Mai 2012 ihren Spenderstatus in ihrer Chronik veröffent­lichen. Facebook schickte den Usern dann einen Link zu ihren lokalen Spenderegistern.
Die Freunde der registrierten Organspender wurden über den neuen Status ihrer Freunde informiert. Sie konnten sich dann selbst zur Organspende registrieren oder die Aktion mit anderen teilen. Am ersten Tag der Initiative stieg die Zahl der neu registrierten Organspender von 616 auf 13.056. Dies entspricht einer mehr als 20-fachen Anzahl an Neuregistrierten. Je nach Bundesstaat stieg die neue Spendebereitschaft um das sieben bis 108-fache.
Die neue Motivation zur Registrierung währte jedoch nur zwölf Tage. Nach einigen Wochen sank die Anzahl der Neuregistrierten wieder auf das Ausgangsniveau ab. Obwohl das Interesse abflaute, sieht die Arbeitsgruppe Potenzial in solchen Initiativen.

Die Forscher betrachten soziale Netzwerke als ein nützliches Mittel Öffentlichkeitsarbeit für Gesundheitsthemen zu leisten. Ob jedoch die Anzahl an Spenderorganen durch solche Aktionen wirklich steigt, müssten Langzeitstudien zeigen, so die Wissenschaftler.
In Deutschland ist es diese Funktion auch. Hierfür muss man auf seiner persönlichen Startseite ein Lebensereignis hinzfügen, die Rubrik „Lebensereignis“/„Gesundheit und Wellness“ auswählen und den Organspendestatus zur eigenen Timeline hinzufügen. © hil/aerzteblatt.de

Quelle: Deutsches Ärzteblatt: Soziale Netzwerke motivieren zur Organspende

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