Organspende – so wichtig wie das tägliche Brot

Marianne Rauch, Berlin

Der 1. Juni kündigte nicht nur den meteorologischen Sommeranfang an.
Nein. Dieses Jahr fiel auf den ersten Juni auch der Tag der Organspende. Der jeweils erste Samstag im Juni dient der Aufklärung sowie Information rund um die Organspende. Dies scheint auch bitter nötig zu sein, denn die Bereitschaft in Deutschland zur Organspende ging drastisch zurück. Die in jüngster Vergangenheit bekannt gewordenen Skandale im Zusammenhang mit Organtransplantationen sind unstrittig mit verantwortlich für die bedenkliche Umkehr.
Doch wie sieht es mit ethisch-moralischen oder religiösen Einstellungen zu diesem Thema aus?
Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, sie alle sprechen im Falle der Organspende von einem Akt der Nächstenliebe, von Menschlichkeit, von Leben retten. Zwar wird auch von der Unversehrtheit des toten  Körpers gesprochen, von einer unversehrten Bestattung. Der Tenor der genannten Glaubensrichtungen weist jedoch eindeutig den Weg und so befürworten kirchliche Instanzen eine Organspende zur Rettung menschlichen Lebens. Nach christlichem Glauben ist sowohl das Leben wie auch der Körper ein Geschenk Gottes. Ein freies verfügen über ihn über den Tod hinaus findet im Rahmen der Nächstenliebe sowie als Akt des Mitgefühls Verständnis.
Im Buddhismus allerdings glauben die Menschen an Erleuchtung, an eine Befreiung aus dem Kreislauf zwischen Geburt und Tod. Sie gewähren sterbenden Menschen die Zeit der Erleuchtung, die weit über den Zeitpunkt des Todes hinausgehen kann. Eine aktive Organspende würde den Vorgang der Befreiung stören.
Organspende aus Nächstenliebe und Mitgefühl für tausende kranke Menschen, die jährlich allein in Deutschland auf ein neues Organ warten.
Genau aus diesen Gründen, natürlich mag es mitunter auch wirtschaftliche Aspekte und Überlegungen geben, sind die Menschen bereit, Organspender zu sein oder zu werden. Dieses Vertrauen in Nächstenliebe und menschliches Mitgefühl wurde von einigen schwarzen Schafen in weißen Kitteln schändlich missbraucht und ausgenutzt. Die Leidtragenden sind die Kranken, die oft vergeblich auf ein neues Organ warten.
Zum 1. Juni diesen Jahres nutzten etliche Prominente ihren Bekanntheitsgrad, um die Menschen wieder zur Bereitschaft der Organspende zu motivieren. Aufklärung über die Wichtigkeit dieser zum Teil letzten lebensrettenden Maßnahme zu betreiben und als gutes Beispiel voran zu gehen verstanden sie als ihre Mission.
Auch die Krankenkassen informieren, klären umfassend auf. In diesen Wochen werden Organspenderausweise versandt. Mitglieder ab dem 16. Lebensjahr werden auf die Möglichkeit der Organspende hingewiesen.
Organspende ist so wichtig wie das täglich Brot. Aus Nächstenliebe, Mitgefühl sowie Achtung vor anderen Menschen. Sich für die Organspende zu entscheiden mag für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit sein. Für andere wiederum eine schwierige Entscheidung ob dem Bewusstsein, nach dem Tod Teile seines Körpers zur Organtransplantation bereit zu stellen.

Autorin: Marianne Rauch, Berlin

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