Leserbrief "Nicht jeder bekommt meine Niere"

Kann man sich in unserem Land noch sicher fühlen? Mal ehrlich, an deutschen U-Bahnhöfen fühlt man sich doch nur noch sicher, wenn man mit Pfefferspray bewaffnet ist. Und jetzt auch das noch, der Organspenderausweis ist angekommen. Er liegt auf dem Wohnzimmertisch, will ausgefüllt und mitgeführt werden. D.h. man muss sich entscheiden, ob und welche Organe entnommen werden dürfen, oder man überlässt die Entscheidung den Hinterbliebenen. Wie auch immer, die Politik hat es geschafft, dass ich mich durch diesen Ausweis noch weniger sicher fühle.

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten, die Renten sind sicher, zwei Ärzte haben unabhängig voneinander den Tod festzustellen. Gewiss, ein anständiger Mechatroniker und Familienvater aus Backnang oder eine Krankenpflegerin aus Sprockhövel könnten meine Niere haben. Sogar mit einem Bayern München-Fan könnte ich noch leben – ich meine nach dem Tod. Jedoch würde ich gerne gewisse Personengruppen vom Erhalt meiner Organe ausschließen.

Wer will schon seine Leber einem über 250 000 Euro Jahresgehalt beziehenden Banker zum weiter feiern überlassen? Oder wollen Sie, dass ihr Herz in einem Pädophilen oder U-Bahntreter weiter schlägt?

Täglich landen Großraum-Airbusse und Privatjets aus dem mittleren Osten an deutschen Flughäfen und die bringen nicht nur Urlauber aus Dubai zurück. Was, wenn ein Emir oder Sultan zehn Millionen für adäquate grün-blau leuchtende Augenhornhäute auf den Tisch legt? Wird dann bei mir zuerst der Stecker gezogen? Was, wenn die Organindustrie die gleiche Lobby wie das Bankgewerbe bekommt? Politiker lügen ja schon bei gegoogelten Dissertationen bis zum bitteren Ende und den Organskandal aus Göttingen sucht man auch schon unterm Teppich, während die Spendenbereitschaft in den letzten Jahren deutlich zurück gegangen ist. Eine Entscheidung fällt mir gegenwärtig schwer aber ich beschäftige mich damit, schließlich ist es meine Lunge.

Um mich aber vom Ausschlachten überzeugen zu lassen, muss die Politik deutlich mehr tun. Politikerversprechen werden da kaum helfen. Es ist mir zu wenig, nur eine Empfehlung abgeben zu können, dass ich von der Leber die Finger lassen würde.
Rainer Fröschlin
Barbarastr. 15, Onstmettingen
Quelle: Leserbrief Nicht jeder bekommt meine Niere / ZOLLERN-ALB-KURIER


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    Man muss nicht spenden
    Lieber Herr Fröschlin,
    wenn Sie Ihren Organspendeausweis genau durchlesen, werden Sie feststellen, dass man gar nicht spenden muss. Man kann auch eintragen, dass man kein Organspender ist.
    Auf diesen Eintrag antworten

Lisa Witsch am 21.10.2013 21:48:28

    Antwort auf Man muss nicht spenden
    Liebe Lisa the Witch,

    hast mal wieder komplett das Thema verfehlt und muss nur irgend einen ablehnenden, unkonstruktiven Kommentar verfassen. Großartig!
    Auf diesen Eintrag antworten

Corina Schleck am 22.10.2013 00:02:01

    Antwort auf Antwort auf Man muss nicht spenden
    Ich habe mitten ins Schwarze getroffen und mir Unkonstruktivität vorzuwerfen ist tatsächlich am Thema vorbei. Man muss nicht spenden, man kann wenn man will. Darum geht es. Es ist mir aber klar, dass Gutmenschen mit Helfersyndrom dies nicht verstehen.
    Auf diesen Eintrag antworten

Lisa Witsch am 22.10.2013 05:51:28

    Antwort auf Man muss nicht spenden
    Liebe Liesa Witsch,

    das weiß ich doch!
    Auf diesen Eintrag antworten

Rainer Fröschlin am 21.10.2013 23:20:22

    Nicht jeder bekommt meine Niere
    Nun da Herr Fröschlin , ja weiß wie so eine Organspende abläuft ist mir unverständlich warum Herr Fröschlin solch ein Unsinn schreibt.

    Selbst dich habe schon gespendet und würde es wieder tun…Auch wenn es nur bei der DKMS war…. doch zu wissen das ein Mensch dabei wieder bei seiner Familie oder ein Kind sein Lachen zurück bekommt ist mehr Wert als solche Gedanken die Zeigen das Herr Fröschlin in die falsche Richtung denkt
    Auf diesen Eintrag antworten

Harald Schambach am 15.10.2013 19:17:34

    Antwort auf Nicht jeder bekommt meine Niere
    Ist schon klar, hätten Sie das Herz gespendet wären Sie zu diesem Kommentar nicht mehr fähig gewesen. Natürlich haben Sie Recht, auch ein Mafia Patrone bekommt sein Lachen zurück, wenn sein Sohn durch ein neu erworbenes Organ zu neuen Taten bereit ist. Spaß beiseite, des Thema ist komplex und Frau Merkel würde sagen: „Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden“. Bei diesem Kommentar bin ich mir nicht sicher ob ich so verstanden wurde wie ich es wollte. Es geht mir um Vertrauen in unsere Eliten. Auf anderen Seiten/Blogs bekomme ich Kommentare von Personen, die den kommerziellen Organhandel befürworten. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Tatsache ist dass auf Warteliste Ausländer vermerkt sind, die noch nie in D gelebt haben und eine Hoteladresse angegeben haben. Tatsache ist auch dass gewisse elitäre Kreise an einer kommerzieller Vermarktung interessiert sind. Und wenn jemand in eine Andere Richtung denkt muss diese noch lange nicht falsch sein. Sollte der Leserbrief als contra Organspende interpretiert werden, dann setzten, 6.
    Der Verfasser
    Auf diesen Eintrag antworten

Rainer Fröschlin am 15.10.2013 22:57:45

    Antwort auf Antwort auf Nicht jeder bekommt meine Niere
    Nun Herr Fröschlin, ja so sehe ich es…. den was Sie da schreiben ist schon etwas sehr aus der Luft gegriffen. ja er Polarisiert die Menschen. Doch die Vergleiche die Sie stellen sind schon etwas das ich selbst noch nie erlebt habe in fast 35 jähriger Dienstzeit in der Medizin. Herr Kalus da etwas vorzuwerfen was er geschrieben hat ist wohl der Gipfel der Frechheit von Ihnen.
    Ich danke Ihnen das sie mich nach dem Schweizer Notensystem bewertet haben.
    Sollten Sie handfeste Beweise für Ihre Anschuldigungen haben dann steht es Ihnen frei eine Anzeige gegen diese Leute an zu fertigen .

    Bedenken sie auch Herr Fröschlin, das man zwischen Ihren Zeilen lesen kann und das ist nach meiner Meinung nicht gerade gut für Sie.
    Auf diesen Eintrag antworten

Harald Schambach am 21.10.2013 18:48:42

    Antwort auf Antwort auf Antwort auf Nicht jeder bekommt meine Niere
    Lieber Herr Schambach,
    was??? werfe ich Herrn Kalus vor??? Hier nochmals mein Kommentar dazu.
    1. Laut Herrn Kalus bin ich schlecht informiert. Dazu sage ich nur a.) Mein Lieblingstier ist Schnitzel! Und b.) Herr Kalus hat den Leserbrief auf seinem Blog geteilt. http:SSmartinkalus.blogspot.co.at/ Soll der Leserbrief als Löwenfutter für die kommerzielle Organhandel Lobby dienen? Auf diesem Blog findet man Berichte die für einen kommerziellen Handel sprechen. In einer deutschen Klinik gab es in einem gewissen Zeitraum 99 Organtransplantationen, davon 23 an Ausländer die eine Hoteladresse angegeben haben (Quelle Wikipedia)
    Auf diesen Eintrag antworten

Rainer Fröschlin am 21.10.2013 23:34:18

    Antwort auf Antwort auf Antwort auf Antwort auf Nicht jeder bekommt meine Niere
    Der korrekte Link zum geteilten Link lautet

    http://martinkalus.blogspot.de/2013/10/leserbrief-nicht-jeder-bekommt-meine.html

    und dient dem gleichen Zweck wie hier auch.
    Auf diesen Eintrag antworten

Martin Kalus am 23.10.2013 15:51:24

    Leserbrief „Nicht jeder bekommt meine Niere“
    Sehr geehrter Herr Fröschlin,

    ihr Leserbrief strotzt vor Polemik auf Stammtischniveau, Uninformiertheit und Vorurteilen. Gerne komme ich aber in ihre Gemeinde nach Onstmettingen und informiere sachlich über das Thema Organspende und Transplantation und stelle mich ihren Fragen.

    Mit freundlichen Grüßen aus Stuttgart

    Martin Kalus
    Transplantationszentrum Stuttgart
    http://www.organspendevortrag.de
    Auf diesen Eintrag antworten

Martin Kalus am 15.10.2013 17:45:56

    Antwort auf Leserbrief „Nicht jeder bekommt meine Niere“
    Hallo Herr Kalus,
    was soll ich sagen? Ein Bekannter litt über viele Jahre an einer seltenen Lungenkrankheit und konnte 2008 durch eine komplette Lungentransplantation gerettet werden, wir haben danach sogar mal zusammen Fußball gespielt, geil. Sie können mir viel erzählen und es würde sich gewiss solide und vertrauensvoll anhören. Den Satz dass ich nicht spenden würde suche ich in meinem Leserbrief noch heute. Ich behaupte aber, dass die Menschen, egal wo, aber im Besonderen bei uns gieriger werden, reicher werden wollen und älter werden wollen und das um jeden Preis. Ich behaupte (beweisen kann ich es nicht) dass die Moral immer mehr zu Gunsten der Gier subtil und scheibchenweise geopfert wird. Der Kern meines Leserbriefes hatte folgende 3 Aussagen: 1. Ich traue den gesetzgebenden Eliten nicht!
    2. Ich bin überzeugt (beweisen kann ich es wiederum nicht) dass zwischen Spender und Empfänger eine dritte Partei einen „cash flow“ erzielen will. Und 3. Einem Kim Jong Il (Habe bewusst eine Person gewählt die im Allgemeinen als böse angesehen wird) hätte ich meine Lunge nicht gegeben. Damit dass ich polemisch geschrieben habe bin ich mit Ihnen vollkommen einig, das mit dem Stammtischniveau ist Ihre Meinung. Das Beispiel mit den Bankern war eher unglücklich. Die mit über 250k Jahresvolumen ist mein Brief egal denn was kostet die Welt. Getroffen hat es fälschlicher Weise alle mit einem Jahresgehalt darunter, denn es werden die 250k angestrebt. Demokratie heißt halt auch dass man eine andere Meinung haben darf. Gestern, am 22. Oktober ist mir ein Bericht über Organspenden zu gelaufen. Dazu würde mich Ihre Meinung interessieren. Wenn Sie kurz an rainer.froeschlin(at)T-Online.de scheiben lasse ich Ihnen den Link zukommen.
    Grx,

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