Letzte Hoffnung Organspende

Mein TV-Tipp für Donnerstag, 24. Juli 201422.00 – 22.30 Uhr im WDR Fernsehen

Es ist ein Kampf um Leben und Tod: Über 11.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan – viele von ihnen vergeblich. Denn Spenderorgane sind extrem knapp und die Wartezeiten lang. Dabei ist eine Transplantation für viele die einzige Chance. Ihre Hoffnung hängt von Menschen ab, die bereit sind, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Doch deren Anzahl sinkt dramatisch. Nach den Transplantationsskandalen der vergangenen Jahre ist das Misstrauen groß und die Spendenbereitschaft steht auf einem historischen Tief – auch in NRW. Die Lage der Schwerkranken, die ein Organ brauchen, wird damit noch ernster. Viele werden die lange Wartezeit nicht überleben. Alle anderen hoffen weiter…

Hoffen auf ein neues Herz

So wie Björn Jockwig. Der 31-Jährige wartet seit vier Jahren vergeblich auf ein neues Herz. Sein eigenes schafft es nicht mehr, genug frisches Blut durch den Körper zu pumpen. Momentan hält ihn ein Herzunterstützungssystem am Leben. Die Miniturbine, die die Pumpfunktion der linken Herzkammer mittels Strom unterstützt, nennt Björn liebevoll Harald. „Alles was einen Namen hat, gehört bei uns zur Familie, darum habe ich die Pumpe Harald getauft.“ Doch die Komplikationen mit dem ständigen Begleiter nehmen zu. Noch während unserer Dreharbeiten verschlechtert sich sein Zustand so sehr, dass Björn auf die Hochdringlichkeitsliste gesetzt wird. Doch auch hier können die Wartezeiten noch lang sein. Seinen Optimismus gibt Björn trotzdem nicht auf. Man müsse der Krankheit mit viel Humor begegnen, sagt er, „sonst wird man verrückt!“

Bettina Böttinger mit Björn Jockwig bei der Freiwilligen Feuerwehr Schieder-Schwalenberg. Vor seiner Erkrankung war Björn dort lange ehrenamtlich im Einsatz.

„Mehr gestern als es noch morgen geben wird“

Auch Daniela Brunini wartet. Die angeborene Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose hat das Lungengewebe der 27-Jährigen massiv zerstört. Bereits mehrfach ist sie dem Tod nur knapp entgangen. Aktuell liegt ihre Lungenfunktion bei gerade einmal 20 Prozent, ihr mobiles Sauerstoffgerät ist zum lebenswichtigen Begleiter geworden. Trotzdem hat Daniela viele Träume. Sie würde gerne arbeiten und ihr großes Hobby „Hip-Hop-Tanzen“ weiter ausüben. Ihr größter Wunsch aber und ihre einzige Chance ist die Transplantation einer Spenderlunge. Doch die Aussichten sind schlecht. Daniela weiß: „wahrscheinlich gab‘s in meinem Leben mehr gestern als es noch morgen geben wird. Aber jetzt schätze ich wirklich jede gute Minute, jeden Schritt, den ich mache.“

Daniela Brunini hat einen eigenen Blog im Internet, in dem sie über ihr Leben mit Mukoviszidose schreibt.

Die geschenkte Niere: „Damit Du weiter leben kannst!“

Hoffen auf ein neues Organ – das gehörte auch für Frank Ullrich lange Zeit zum Alltag. Über 20 Jahre lang war der heute 50-Jährige nierenkrank. Vor drei Jahren verschlechterte sich sein Zustand so rapide, dass er dringend eine Spenderniere benötigte. Als diese nicht kam und die Werte immer schlechter wurden, entschloss sich sein älterer Bruder Mario, Frank eine Niere zu spenden und ihm so das Leben zu retten – eine Entscheidung mit Folgen: Während es Frank Ullrich heute nach jahrzehntelanger Krankheit endlich wieder gut geht, leidet nun sein Bruder Mario unter Folgeschäden der Organspende. Aber auch wenn für ihn seither vieles nicht mehr so ist wie zuvor, bereut er den Schritt nicht: „Ich würde es immer wieder machen!“

Mario (links) hat seinem Bruder Frank eine Niere gespendet und ihm so das Leben gerettet.


Stand: 16.07.2014, 21.00 Uhr

Quellenangabe: WDR

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Ein Kommentar zu “Letzte Hoffnung Organspende

  1. Liebe Frau Böttinger,
    Ihre gestrige Sendung über Organspende war gut, aber es ist immer das gleiche Muster. Man appeliert mit der Darstellung personbezogener Schicksale, an das Gute im Menschen. Das Potenial guter Menschen ist sehr übersichtlich. Spender 2013, 876, für 2014 werden noch geringere Zahlen erwartet. Sie sollten einmal eine andere Sendung machen, gesunde Menschen mit der Frage konfrontieren, morgen früh bis Du krank, morgen abend sagt der Doc, nür eine Transplantation kann Dich retten, wie stellen Sie sich vor, was dann passiert. Sie werden verblüffende Antworten erhalten, denn kaum jemand denkt, wenn es um Organspende geht, an das Risiko, es kann ihn treffen. Übrigens ist es mir so ergangen, ich brauchte,es ist nun 13 Jahre her, sehr sehr schnell ein Organ. Organspende sollte auch mehr unter dem Gesichtspunkt der eigenen Risikoversorge vermittelt werden.
    Mehr unter http://www.nopanicfororganic.de

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