Klage abgewiesen: Kein Spenderherz für Muhammet

Das Landgericht Gießen hat am Freitag die Klage der Eltern des schwer herzkranken Muhammet abgewiesen: Die Uniklinik Gießen-Marburg muss den Zweijährigen nicht auf die Warteliste für ein Spenderorgan setzen.

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Es wirkt grotesk: Das Schicksal des todkranken Muhammets lag zuletzt nicht in den Händen von Ärzten, sondern von Richtern. Die Eltern des herzkranken Jungen aus der Türkei waren vor Gericht gezogen, um dort einen Platz auf der Warteliste für Spenderherzen für ihren Sohn zu erkämpfen. Am Freitag wies das Gießener Landgericht ihre Klage gegen die Gießener Uniklinik zurück.Nach Auffassung des Gerichts ist der langfristige Erfolg einer Herztransplantation im Fall Muhammet Eren fraglich. Außerdem sei das Operationsrisiko durch die vorangegangene schwere Hirnschädigung des Jungen deutlich erhöht.

Weltweit keine Klinik zu Herz-OP bereit

Damit stützte das Gericht die bisherige Argumentation der Gießener Ärzte, die eine Herzoperation unter Berufung auf das Transplantationsgesetz abgelehnt hatten. Dieses schließt bei einer zusätzlichen, weiteren schweren Organschädigung eine Transplantation aus. Der Junge hatte noch in der Türkei in Folge eines Herzstillstands eine schwere Hirnschädigung erlitten. Auch die Transplantationskommission der Bundesärztekammer hatte die Gießener Ärzte in ihrer Auffassung bestätigt.Das Schicksal des Jungen hatte große Anteilnahme, aber auch Empörung ausgelöst. Seine Eltern waren eigens für die Herztransplantation mit ihrem Sohn aus der Türkei nach Gießen gereist. Doch kurz vor dem Transport aus Istanbul Ende März erlitt der Junge einen Kreislaufstillstand und dadurch einen nach Einschätzung der Ärzte irreversiblen Hirnschaden. Die Transplantation könne und dürfte nun nicht mehr durchgeführt werden, entschieden daraufhin die Ärzte.
Langer Weg durch die Instanzen erwartet
Beobachter gehen davon aus, dass das Urteil des Landgerichts nicht das Ende des Streits bedeutet. Vielmehr ist zu erwarten, dass die Eltern Rechtsmittel einlegen wird. Der Fall könnte sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht kommen. Mit Informationen von hr-Reporter Klaus Pradella

Quelle: hr-online.de – Livestream am 24.10.2014 ~ 12:30 Uhr geplant

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