„Manipulationen an der Tagesordnung“

uke

Bürgerschaft fordert rasche Aufklärung über Transplantationen. Die Uniklinik betont, niemand habe Schaden genommen. Die Vorwürfe gegen das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) wegen mutmaßlicher Verfehlungen bei Transplantations-Patienten haben in Hamburg, aber auch bundesweit für ein gewaltiges Echo gesorgt.

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Die 22 Jahre alte Britin Channan Petrides leidet an Mukoviszidose – und läßt sich von der Warteliste streichen

https://www.gofundme.com/channanpetrides

Quelle: Dying 22-year-old rejects organ donation so she can complete bucket list – Mirror Online.

Letzte Hoffnung Organspende

Mein TV-Tipp für Donnerstag, 24. Juli 201422.00 – 22.30 Uhr im WDR Fernsehen

Es ist ein Kampf um Leben und Tod: Über 11.000 Menschen warten derzeit in Deutschland auf ein Spenderorgan – viele von ihnen vergeblich. Denn Spenderorgane sind extrem knapp und die Wartezeiten lang. Dabei ist eine Transplantation für viele die einzige Chance. Ihre Hoffnung hängt von Menschen ab, die bereit sind, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Doch deren Anzahl sinkt dramatisch. Nach den Transplantationsskandalen der vergangenen Jahre ist das Misstrauen groß und die Spendenbereitschaft steht auf einem historischen Tief – auch in NRW. Die Lage der Schwerkranken, die ein Organ brauchen, wird damit noch ernster. Viele werden die lange Wartezeit nicht überleben. Alle anderen hoffen weiter… Weiterlesen

Organspende: Jennifer kann endlich aufatmen

Eine junge Patientin will nicht mehr warten und bangen. Sie wirbt für eine Organspende-Kampagne und erhält tatsächlich eine Ersatzlunge. Nun genießt sie ihr neues Leben. Denn sie weiß, wie schnell es vorbei sein kann.

Sie hat ihr Gesicht hergegeben und eine neue Lunge dafür bekommen. Es ist jetzt ein gutes halbes Jahr her, da war Jennifer Bras, 27, eine kleine Berühmtheit. Wenn auch eine traurige. In ganz Deutschland war ihr Bild; wie sie dasitzt, einsam und wartend am Gate des Hannoveraner Abflugterminals. Nur sie und dieses schulterhohe Sauerstoffgerät, das sie zum Überleben brauchte. 24 Stunden am Tag. Eine blecherne Maschine als ständiger Begleiter ihres Lebens.

Jennifer Bras gehört zu drei Patienten, die von Februar an mit bewegenden Fotos für Organspenden warben. Die Idee der Kampagne ist so schlicht wie eindringlich: Menschen, die einen lebenswichtigen Körperteil brauchen und seit Jahren nicht bekommen, werden in einer Situation alltäglichen Wartens gezeigt.

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Wartezeit: Mein Leben vor und nach der Transplantation

Mein Buchtipp: Bitte warten…!

Haben wir das nicht schon alle irgendwann erlebt? Jeder Mensch reagiert auf diese zwei Worte anders. Der eine haut auf den Tisch, will nicht warten und alles sofort erledigt haben. Dem nächsten Wartenden an der Bushaltestelle wird die Zeit zu lang, er läuft viel zu früh weg, und verpasst dann doch den Bus, weil dieser kurz danach ankommt und ohne ihn losfährt.
Mancher sitzt geduldig und stumm da und wartet eben. Und wieder ein anderer beschäftigt sich während der Wartezeit, bereitet sich auf das Kommende vor und merkt gar nicht, wie schnell oder wie langsam die Zeit vergeht, und plötzlich – hat das Warten ein Ende.

Dieses Buch ist keine medizinische Abhandlung der Vorerkrankung COPD – LUNGENEMPHYSEModer gar Ratgeber oder Entscheidungshilfe für oder gegen eine Lungentransplantation. Es sollte auch keine reine langweilige Biographie für Freunde und Bekannte werden.

Mit diesem Buch schildert die Autorin ihren Umgang mit der Krankheit, Ärtzen, Selbsthilfegruppen und Menschen!
Von der Diagnose, die Vorbereitungen, das Warten auf ein Spenderorgan, die Transplantation selbst, und wie es dann weiterging.

„… ergreifend!“
„… mutig!“
„… rüttelt wach!“

Bei AMAZON Wartezeit: Mein Leben vor und nach der Transplantation: Amazon.de: Barbara Eyrich, Elsa Rieger, Claus G. Pagel: Bücher

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Barbara Eyrich wurde 1949 in Bremen geboren und lebt heute in Mörfelden-Walldorf, Nähe Flughafen Frankfurt. Sie ist geschieden und hat eine Tochter. Tochter Katja Piel wohnt mit Mann und Sohn in Rodgau. Katja Piel ist seit 2010 schriftstellerisch tätig. Vor der Transplantation war Barbara Eyrich als Immobilienmaklerin selbständig in Frankfurter Büros, Mörfelden-Walldorf und als Inhaberin eines eigenen Büros in Dreieich-Sprendlingen mit viel Herzblut tätig. Durch verschiedene Nebentätigkeiten bei der Zeitarbeitsfirma Zeitconsult
in Eschborn, konnte sie sich „über Wasser“ halten. Sie engagierte sich für die Selbsthilfe im Bereich Lungenemphysem-COPD. Heute nach der Transplantation hat sie sich von diesen Aufgaben zurückgezogen, um sich ganz auf die Rehabilitation zu konzentrieren und sich neuen Aufgaben zu widmen.

Blog der Autorin http://wartezeitblog.wordpress.com und bei facebook-account

Lung transplant patient meets family of man who saved her life

‚His mother can put her hands on me and feel him breathing‘: Lung transplant patient gets rare opportunity to meet the family of the man who saved her life

Lyndsey McLaughlin met Diana Rodriguez whose son’s lungs she received
Ms McLaughlin has cystic fibrosis and wouldn’t have lived without the op
Adrian Rodriguez was just 18 when he slipped in front of a train and died

By Emma Innes

See also abc website and video

PUBLISHED: 14:37 GMT, 29 November 2013 | UPDATED: 16:03 GMT, 29 November 2013

Lindsey McLaughlin (right), 28, met Diana Rodriguez (left). Ms McLaughlin would not be alive today if Ms Rodriguez had not agreed to donate her son’s lungs when he died in an accident at the age of 18

A young woman has been given the opportunity to meet the mother of the man who, through his death, saved her life. Lyndsey McLaughlin, 28, met Diana Rodriguez whose 18-year-old son’s lungs she was given during life-saving transplant surgery. Normally, organ donors legally have to remain anonymous but the two New York women were so keen to meet that they made it happen. Ms McLaughlin, who has cystic fibrosis, nearly died while waiting for a lung transplant, ABC News reports.

She struggled for every breath and had been told she did not have long to live.At the time she told ABC News: ‘I’m 26 years old. I should be out every Friday and Saturday night. I should be at the bars having a couple of drinks, not worrying about how many medicines I’m going to have to take the next day.’ Lyndsey’s mother, Donna McLaughlin, added: ‘I used to go to her apartment every day when she really got sick… and I would walk to work crying knowing that my daughter was dying before my eyes and there wasn’t a thing I could do about it.’

After seven months on the New York organ donor list, Ms McLaughlin received a call to say a donor had been found. During lengthy and complicated surgery on April 3, 2011, at the New York Presbyterian Hospital, Ms McLaughlin received Adrian Rodriguez’s lungs.

The aspiring chef had been declared brain dead after being hit by a train when he slipped and fell on the station platform on his way to school. After the surgery, Ms McLaughlin says she was haunted by thoughts of the person who saved her life – at the time, all she knew was that he was an 18-year-old man from New York.

As a result, she contacted the New York Organ Donor Network and was told her donor’s family was as keen to meet up as she was. The meeting gave Ms McLaughlin and her family the chance to thank Ms Rodriguez in person.

Donna McLaughlin explained that she cannot imagine how Ms Rodrigues felt the day her son died. She said she just hopes Ms Rodrigues knows how grateful they are that she decided to allow her son’s organs to be donated. Ms McLaughlin told ABC News: ‘It’s crazy for me to think that she can literally put her hands here and she can feel it’s him breathing. It’s him breathing and I’m breathing with him.’ Ms McLaughlin added that she thinks about Adrian all of the time and that she is always thanking him.

Read more:
In Rare Moment, Lung Transplant Recipient Meets Donor’s Mother

Quelle: Lung transplant patient meets family of man who saved her life | Mail Online

Ein Gefallen unter Freunden

ORGANSPENDE Ein italienischer Senatspräsident wird vorstellig und Deutschland ändert daraufhin seine Richtlinie für Transplantationen

VON HEIKE HAARHOFF

BERLIN taz | Im Februar 2010 erhält das Bundesgesundheitsministerium eine ungewöhnliche Anfrage. Es ist ein Hilfegesuch, übermittelt von der Deutschen Botschaft in Rom, und es betrifft einen italienischen Staatsbürger: Ein Junge aus Sizilien, erfährt das Ministerium, sei so schwer erkrankt, dass er ohne eine Herz-Lungen-Transplantation vermutlich nicht mehr lange leben werde. Aufgrund der medizinischen Besonderheiten sei die Transplantation des Kindes in Italien nicht möglich. Der Fall werde als humanitärer Notfall eingestuft. Im Falle eines Organangebots sei ein sofortiger Transport des Kindes nach Deutschland sicher gestellt.

Der Fall ist so dramatisch, dass der damalige italienische Senatspräsident Renato Schifano, ein Berlusconi-Vertrauter, sich persönlich der Sache angenommen hat. Er ist es, so schildern es ehemalige Botschaftsbeschäftigte, der die Botschaft aufgesucht hat. Eine hochrangige politische Intervention zugunsten eines Spenderorgans für einen einzelnen Patienten? Wie groß muss das Problem sein?

Das Problem ist: Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer darf der italienische Junge zwar grundsätzlich in Deutschland transplantiert werden. Es gibt für Bürger aus Ländern wie Italien, die nicht zum Eurotransplant-Verbund gehören, eine Art Sonderkontingent. Aber: Das Kind darf, obwohl sterbenskrank, nicht als hochdringlicher Fall eingestuft werden. Denn dafür müsste es laut den Richtlinien zwingend „unter intensivmedizinischen Bedingungen im Zentrum behandelt“ werden. Also unter Kontrolle derjenigen Ärzte, die ihm später Herz und Lunge verpflanzen sollen.

Diese Ärzte müssen gegenüber der Vergabestelle Eurotransplant alle 14 Tage melden, ob der Gesundheitszustand weiterhin als hochdringlich oder etwa nur als dringlich einzustufen ist. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass angesichts der Organknappheit die wirklich Bedürftigen versorgt werden. Das Kind aber liegt nicht in Hannover, wo es behandelt werden soll. Es liegt in einem Krankenhaus in Palermo.

Was aus menschlicher Sicht nachvollziehbar ist – welche Eltern möchten ihr krankes Kind schon einer ausländischen Klinik anvertrauen, wenn es die Wartezeit ebenso gut in einer heimischen Klinik überbrücken kann – widerspricht den strengen Vergaberegeln. Über Sinn und Unsinn dieser Richtlinien und das Problem, dass sie jeglicher demokratischer Legitimation entbehren, ist zuletzt im Zusammenhang mit den Manipulationen bei der Lebervergabe an mehreren Kliniken diskutiert worden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und Ärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery betonten dabei stets, die Richtlinien seien nicht willkürlich, sondern einzig medizinisch begründet.

Der Fall des italienischen Kindes zeigt nun jedoch, dass die Regeln bei Bedarf offenbar ganz fix geändert werden können, auch ohne medizinische Gründe. Die Frage nach einer möglichen politischen Einflussnahme freilich weisen die damals Beteiligten zurück.

Der Reihe nach: Die Ärzte in Hannover, die im Dezember 2009 erstmals den Gesundheitszustand des Jungen beurteilen, stufen ihn – Palermo hin oder her – als hochdringlich ein; das Leben des Jungen ist ihnen wichtiger als die Richtlinie. Bei Eurotransplant beantragen sie eine Herz-Lungen-Kombination. Doch Eurotransplant wird stutzig; am 25. Januar 2010 wird der Fall intern diskutiert. Darf man sich über die Richtlinien hinwegsetzen? Wäre die Ausnahme für das italienische Kind nicht zugleich eine mögliche Benachteiligung anderer Patienten auf der Warteliste? „Aufgrund der grundlegenden Bedeutung des Falles wurde beschlossen, diesen Fall an die Prüfungskommission zur Beurteilung vorzulegen“, erinnert sich der Medizinische Direktor von Eurotransplant, Axel Rahmel, heute, mehr als drei Jahre später. Anfang Februar 2010 wird der Hochdringlichkeitsantrag nach erneuter Prüfung abgelehnt. Der Junge hat damit praktisch keine Chance auf eine zeitnahe Transplantation.

Doch der Junge hat einen starken Lobbyisten – den damaligen italienischen Senatspräsidenten. Auch Renato Schifani kommt aus Sizilien; er spricht bei der Deutschen Botschaft vor. „Die Italiener haben damals angeboten, jederzeit ein Militärflugzeug bereit zu stellen für den Transport“, erinnert sich Hans Lilie, der als Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer mit dem Fall befasst war. „Das hat uns schon gewundert.“

Und das Bundesgesundheitsministerium, damals unter Führung des heutigen FDP-Chefs Philipp Rösler? Es habe die Anfrage aus Rom lediglich „der Vermittlungsstelle Eurotransplant zur Kenntnis gegeben“, teilte die Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz unlängst in einem Schreiben an die Grünen im Bundestag mit. Der Präsident von Eurotransplant, Bruno Meiser, bestätigte der taz, damals vom Ministerium kontaktiert worden zu sein. Ob sich das Ministerium darüber hinaus in den Fall eingemischt habe, sei ihm nicht erinnerlich. Meiser erklärte dem Ministerium damals, dass die Richtlinien für hochdringliche Patienten bindend seien.

Anfang März 2010 wird für das italienische Kind erneut der Hochdringlichkeitsstatus beantragt. Der Junge ist zwischenzeitlich nun doch nach Hannover verlegt worden. Da „nun auch keine formalen Gründe“ mehr vorlagen, so Rahmel, wird der Status zuerkannt.

Ein paar Wochen später werden diese formalen Gründe abgeschafft. Am 30. März 2010 schicken Hans Lilie und Heinz Angstwurm, Chefs der Ständigen Kommission Organtransplantation und der Prüfungskommission, eine Interpretationshilfe an Eurotransplant, wie die Richtlinie übergangsweise „pragmatisch“ auszulegen sei: „Nahe liegt die kooperierende Klinik, aus der ein … Patient … so rechtzeitig zur Transplantation verlegt werden kann, dass die für seine dazu erforderliche Vorbereitung möglich ist.“ Kurze Zeit später wird die Richtlinie offiziell geändert. „Wir haben das letztendlich aufgrund dieses Einzelfalls gemacht, ja“, sagt Hans Lilie. Für den Hochdringlichkeitsstatus reicht es nun, dass der Patient in einem Krankenhaus ist, das ein Arzt der transplantierenden Klinik einmal wöchentlich „visitieren“ kann. Inzwischen, nach nochmaliger Änderung, genießen Kinder unter 15 Jahren, die auf eine Herz-Lungen-Transplantation warten, übrigens automatisch Hochdringlichkeitsstatus.

Das italienische Kind ist, wie die taz erfuhr, erfolgreich operiert worden.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte stets, die Richtlinien seien nicht willkürlich begründet.

Quelle: taz.de

Ethik-Debatte nach Transplantation: Organe erstreiten?

Ethische Frage in der Debatte um Organspende: Darf man sich vor Gericht an die Spitze der Spenderlisten klagen?

(Foto: dpa)

Ethik-Debatte nach Transplantation Spender-Lunge dank Gerichtsbeschluss

In den USA haben die Eltern einer Zehnjährigen vor Gericht erreicht, dass ihr Kind die Lunge eines Erwachsenen bekommt. Soll man sich durch Klagen oder PR-Aktionen ein Spenderorgan erstreiten können? Der Fall könnte auch die deutsche Debatte beeinflussen.
Von Christina Berndt

Um das Leben ihrer Tochter zu retten, haben Eltern in den USA alle Register gezogen. Damit die an Cystischer Fibrose erkrankte Zehnjährige eine Spenderlunge erhält, zogen sie sogar vor Gericht – mit Erfolg. Am Mittwoch wurde Sarah in Philadelphia die Lunge eines erwachsenen Organspenders transplantiert, auf die das Kind ohne den eine Woche zuvor erfolgten Richterspruch keinen Anspruch gehabt hätte. Die Familie sei außer sich vor Freude, erklärte Sarahs Mutter: „Wir sind begeistert, dass dieser Tag gekommen ist.“ Sie sei glücklich, dass die Familie des Organspenders in den Stunden ihrer Trauer entschieden habe, Sarah das Leben zu schenken. „Sie sind heute die wahren Helden.“
Die Zehnjährige stand ganz oben auf der Warteliste für die Spenderlunge eines Kindes, die in den USA strikt getrennt von der Warteliste für erwachsene Organe geführt wird. Allerdings sind Organe von Kindern viel seltener als solche von Erwachsenen. Und obwohl Sarahs Tod nahe war, durfte sie nicht auf die Warteliste der Erwachsenen wechseln: Die US-Regierung lehnte trotz anhaltender Proteste von Bürgern, die für Sarah eintraten, einen Eingriff in die gültigen Regeln ab.
In Deutschland käme keine Familie in eine solche Situation. „Kinder werden auf der Warteliste für Spenderorgane sogar bevorzugt“, erklärt Axel Rahmel, medizinischer Direktor der Organ-Verteilungsstelle Eurotransplant. So waren im Jahr 2012 in Deutschland nur 22 Kinder Organspender, 149 Kinder aber haben ein Organ bekommen.

Was ist gerecht?

Gleichwohl ist der Fall auch für deutsche Patienten interessant. Denn er zeigt, dass sich Betroffene mit richterlicher Hilfe womöglich über Verteilungsregeln hinwegsetzen können. In Deutschland werden diese Regeln von der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer gemacht. Sie entscheidet, ob Alkoholkranke sechs Monate trocken sein müssen, bevor sie Anspruch auf ein Organ haben; ob Patienten mit einem großen Krebs noch transplantiert werden; und auch, in welchem Ausmaß Kinder bevorzugt werden. Weil es dabei um Lebenschancen geht, will der Bundestag mehr öffentliche Mitsprache. So soll das Bundesgesundheitsministerium künftig einen Genehmigungsvorbehalt für die Richtlinien haben.
Das Urteil des Richters war für Sarah ein Glück. Gleichwohl hat sie ein Organ bekommen, das nach US-Recht einem Erwachsenen zugestanden – und diesem auch besser gepasst – hätte. Das Urteil könnte nun für diesen Menschen den Tod bedeuten. „Was ist gerecht? Das ist die große, ungelöste Frage in der Transplantationsmedizin, der wir uns immer wieder stellen müssen“, sagt Axel Rahmel. Die Entscheidung des US-Gerichts rief denn auch Kritik hervor, etwa vom Medizinethiker Arthur Caplan von der New York University: „Es stellt sich die Frage, ob man durch Klagen oder PR-Aktionen an die Spitze der Warteliste gelangen sollte.“

Quelle: Ethik-Debatte nach Transplantation: Organe erstreiten? – Wissen – Süddeutsche.de

Organspende in den USA: Zehnjährige bekommt Lungen von Erwachsenem – SPIEGEL ONLINE

 Neues Leben für ein kleines Mädchen: Eine Zehnjährige hat in den USA eine Spenderlunge von einem Erwachsenen bekommen – obwohl sie eigentlich auf ein Organ von einem Kind hätte warten müssen. Die Eltern zogen deshalb sogar vor Gericht.

Sarah mit ihren Eltern vor der Transplantation: „Der Tag ist gekommen“ – Foto: AP

Sarah mit ihren Eltern vor der Transplantation: „Der Tag ist gekommen“

Sarahs Schicksal hatte die Nation seit Wochen erschüttert: Die Zehnjährige aus den USA leidet an Mukoviszidose, einer vererbbaren Stoffwechselkrankheit, bei der zäher Schleim die Bronchien und andere Organe verstopft. Ihr Zustand wurde in den vergangenen Wochen immer schlechter, wie der Sender CNN und andere Medien berichteten. Im Mai sagten ihre Ärzte, dass sie ohne neue Lungen nur noch bis zu fünf Wochen leben werde.

Nach bisherigen US-Regeln müssen Patienten, die jünger als 12 Jahre sind, auf Lungen warten, die von einem anderen Kind kommen. Erst wenn es keine Erwachsenen oder Jugendlichen auf den Wartelisten gibt, die als Empfänger in Frage kommen, kann ein Kind die Lungen eines Erwachsenen bekommen. Das Problem: Lungenspenden von Kindern sind rar – Sarahs Lage wurde immer verzweifelter. Ihre Eltern und die Familie eines elfjährigen Jungen, der ebenfalls schwer lungenkrank ist, fochten daher die Beschränkungen vor Gericht an. Anfang Juni gab ihnen ein Richter in Philadelphia recht und erließ eine einstweilige Verfügung, nach der die Kinder auch Anspruch auf das Implantat von Erwachsenenlungen hätten.
Die Eltern sind außer sich vor Freude
Am Dienstagabend war dann ein Spender gefunden worden, Mittwochmorgen transplantierten die Ärzte Sarah die Organe, die ihr nun das Leben retten könnten. Die Familie sei außer sich vor Freude, dass Sarah die Operation überstanden habe, erklärte ihre Mutter Janet Ruddock Murnaghan am Mittwoch auf Facebook. „Ihre Ärzte sind sehr zufrieden sowohl mit ihren Fortschritten während des Eingriffs als auch mit der Prognose zu ihrer Erholung.“ Die Anpassung der beiden Lungen an den kindlichen Körper sowie die Transplantation seien kein Problem für die Ärzte der Kinderklinik in Philadelphia gewesen. Das Krankenhaus selbst wollte sich zunächst nicht äußern.
„Wir sind begeistert, dass dieser Tag gekommen ist, aber wir wissen auch, dass diese gute Nachricht eine Tragödie für eine andere Familie bedeutet“, erklärte Murnaghan weiter. Diese Familie habe entschieden, Sarah das Leben zu schenken. „Sie sind heute die wahren Helden.“
Das Mädchen muss sich nun von dem großen Eingriff erholen. Das kann lange dauern, dem Kind ging es vor der Operation sehr schlecht. Vor allem in den ersten Monaten aber auch später noch kann es zu einer Abstoßungsreaktion kommen, Sarah muss ihr Leben lang Medikamente schlucken, um das zu verhindern.
Sarahs Familie hatte in zahlreichen Interviews auf den Fall aufmerksam gemacht und die US-Regierung aufgefordert, eine Ausnahme für das kleine Mädchen zu machen. Auch Abgeordnete aus Philadelphia hatten US-Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius gedrängt, die Regelung außer Kraft zu setzen, wonach Organe von erwachsenen Spendern nur an Patienten über zwölf Jahren vergeben werden dürfen.
In Deutschland haben Kinder Vorrang

Der Bioethiker Arthur Caplan vom New York University Langone Medical Center warnte davor, das bestehende Vergabesystem über Anwälte und Politiker in Frage zu stellen: „Im Allgemeinen sollte weiterhin das System entscheiden, wer am besten eines der wenigen lebensrettenden Organe bekommt“, zitiert die britische BBC Caplan. In Deutschland erhalten Kinder und Jugendliche bis zu einem Alter von 16 Jahren den sogenannten HU-Status (High Urgency – hohe Dringlichkeit). Gemeinsam mit den anderen HU-Patienten bekommen sie vorrangig vor allen anderen Wartenden ein Spenderorgan. So sehen es die Richtlinien der Bundesärztekammer zu Herz- und Herz-Lungen-Transplantationen (S. 13 ff.) vor. Diese Zuordnung gilt für die Dauer von acht Wochen und muss besonders begründet werden.
Die Richtlinien der Bundesärztekammer für Lungentransplantationen legen zudem fest, dass ein Kind zwar bevorzugt von einem anderen Kind ein Spenderorgan bekommen sollte. Nach Angaben von Hermann Reichenspurner, Leiter der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie an der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf, ist es in Deutschland aber durchaus erlaubt, dass ein Kind Spenderlungen von einem verstorbenen Erwachsenen bekommt. Axel Rahmel, Direktor der für die Verteilung von Organen zuständigen Stiftung Eurotransplant, teilte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE mit: „Ein Kind kann mit den Lungen eines verstorbenen Erwachsenen transplantiert werden, dann wird allerdings nicht die ganze Lunge, sondern nur ein oder zwei Lungenlappen der Spenderlunge transplantiert.“ Durch die beschriebenen Mechanismen werde gewährleistet, dass eine geeignete Spenderlunge bevorzugt kindlichen Empfängern angeboten werde.

Quelle: Organspende in den USA: Zehnjährige bekommt Lungen von Erwachsenem – SPIEGEL ONLINE

Cystic fibrosis woman died with smoker’s donor lungs

Jennifer died in August, 16 months after receiving a donor’s lungs

A 27-year-old woman with cystic fibrosis died of cancer after she was given the donor lungs of a smoker.

Jennifer Wederell, of Hawkwell, Essex, died at home in August – 16 months after the transplant at Harefield Hospital in London.

Colin Grannell said he believes his daughter would not have agreed to the transplant had she known the middle-aged donor was a heavy smoker.

The hospital has apologised for not giving her that choice.

Jennifer had been diagnosed with cystic fibrosis at the age of two and by her mid-20s was using oxygen 24 hours a day.

She had been on the waiting list for a lung transplant for 18 months when in April 2011, she was told there had been a match.

Mr Grannell said the family had „lived all for that moment“ for years, and thought it would help Jennifer „cheat“ her condition.

She married her fiance David Wederell in September last year, but by February 2012 a malignant mass was found in her lungs.

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Quelle: BBC News – Cystic fibrosis woman died with smoker’s donor lungs