Lauterbach: Organspende in Deutschland neu regeln – newsburger.de

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich für eine Neuregelung der Organspende in Deutschland aus. Lauterbach sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag): „Eine Regelung, nach der grundsätzlich jeder Organspender ist, halte ich auch für Deutschland für richtig.“ Er sei dafür, die in Deutschland geltende Regelung „noch einmal gründlich zu überprüfen“, sagte Lauterbach mit Blick auf die Niederlande.

Quelle: Lauterbach: Organspende in Deutschland neu regeln – newsburger.de

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Cem Özdemir widmet sich dem Thema Organspende

Daten von Organspendern zentralisieren

#Transplantationsregister der #Bundesregierung am 13.5. im Bundesrat

Bemerkung: bes. eilbedürftige Vorlage gem. Art. 76 Abs. 2 Satz 4 GG

Quelle: 157-16.pdf

Unterrichtsmaterial „Organspende“ – Lehrer-Online

Immer wieder gibt es große Werbekampagnen vom Gesundheitsministerium und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um die Organspende-Bereitschaft zu erhöhen. Dennoch fehlt es nach wie vor an Spenderorganen. In dieser fächerübergreifenden Unterrichtseinheit beleuchten die Schülerinnen und Schüler das Für und Wider der Organspende.
 
Gerade für Jugendliche ist das Thema Tod und Krankheit meist ganz weit weg, dennoch wird besonders um sie als potenzielle Organspender geworben. Die Unterrichtseinheit führt die Schülerinnen und Schüler an das Thema Organspende heran. Sie setzen sich kritisch mit den Argumenten für und wider eine Organspende auseinander und lernen verschiedene Sichtweisen und Argumente kennen.

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Organversagen: Die Krise der Transplantationsmedizin in Deutschland

Mit einem Vorwort von David Wagner – Herausgeber: Heike Haarhoff

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Vertrauen ist weg beim Thema Organspende

Vertrauen zurückgewinnen nach den Skandalen an deutschen Transplantationszentren. Diesem Thema stellte sich der 14. Landes-Ärztetag.

Autor: NORBERT LEISTER | 22.07.2013

Einer Meinung in Sachen Organspende: Bundes-Ärzte-Funktionär Frank U. Montgomery und Landessozialministerin Katrin Altpeter. Foto: Norbert Leister

Baden-Württemberg ist unrühmliches Schlusslicht in der Transplantationsstatistik. Und das, obwohl die bundesweit erst seit kurzem geforderten „Transplantationsbeauftragten“ an Kliniken im Land laut Ärztekammer schon seit 2005 agieren und für die Organspende werben. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, einen führte Prof. Frank Ulrich Montgomery als Präsident der Bundesärztekammer am Samstag beim 14. Baden-Württembergischen Ärztetag in der Reutlinger Stadthalle an: „90 Prozent der Bevölkerung beschäftigen sich nicht mit ihrem möglichen plötzlichen Tod.“ Dabei werden dringend Organspender gesucht, „12 000 todkranke Patienten warten auf ein Organ“, betonte Ulrich Clever als Präsident der Landesärztekammer in seinen einführenden Worten.
Aber: Die Manipulation von Wartelisten in einigen deutschen Transplantationszentren hat in den vergangenen Monaten viel Porzellan zerschlagen, „wir müssen uns der Mühe unterziehen und Vertrauen zurückgewinnen“, sagte Clever zu seinen Ärztekollegen. Zwar habe es laut Landes-Sozialministerin Katrin Altpeter an baden-württembergischen Kliniken keine Manipulationen gegeben, seien keine Listen zur der Dringlichkeit von benötigten Organen verändert worden – um schneller an eine Leber, Niere oder ein Herz zu kommen. An der roten Laterne des Landes in der Transplantationsstatistik hat das aber nichts geändert.
Montgomery äußerte in Bezug auf die Skandale zwar Verständnis für die Haltung von Ärzten vor Ort, die ihrem Patienten Vorrang einräumen wollten. Aber: Solch eine „Warteliste ist auch ein Ausdruck der Verteilung von Gerechtigkeit“.
Grundsätzlich sei es eine gemeinsame Aufgabe von Ärzten und Politik, das verloren gegangene Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen wie auch die in Deutschland niedrige Bereitschaft zur Organspende langfristig zu fördern.
Als gutes Instrument dafür sieht Montgomery die beabsichtigte jährliche Zusendung von Organspende-Ausweisen mitsamt Informationen durch die Krankenkassen. „Auch wenn das die Spenderzahlen nicht dramatisch ansteigen lassen wird“, so die Überzeugung des Präsidenten der Bundesärztekammer.
„Es gibt aber kein Recht auf fremde Organe“, betonte die Sozialministerin in ihrem Grußwort. Eine Organspende bleibe immer das, was der Begriff auch ausdrückt – „ein Geschenk“, so Altpeter. Niemand dürfe zur Spende gezwungen werden, dennoch müsse es oberstes Ziel sein, in der Bevölkerung mehr Organspender zu finden. „Ich hoffe, dass ich beim nächsten Ärztetag sagen kann, dass Baden-Württemberg nicht mehr das Organspende-Schlusslicht ist.“
Frank Ulrich Montgomery hatte zudem erschütternde Zahlen präsentiert: Jährlich sterben in Deutschland rund 850 000 Menschen. „Weniger als 5 000 kämen optimalerweise überhaupt für eine Organspende in Frage.“ Um aber für die 12 000 todkranken Menschen die benötigten Organe zu bekommen, müsse die Spendenbereitschaft drastisch erhöht werden. Weil eine benötigte Quote von rund 50 Prozent Zustimmung selbst in anderen Ländern wie Spanien (wo sogar die Kirche für Organspende werbe) auch in Deutschland nie erreicht werden könne, sei ein komplexes Verteilungssystem vonnöten – mit größtmöglicher Transparenz. Weil sonst das Vertrauen in das System nicht zurückgewonnen werde, so Montgomery.

Quelle: Vertrauen ist weg beim Thema Organspende | Südwest Presse Online

Organspende: Wie gewinnen wir das Vertrauen zurück?

Die Transplantationsmedizin hat das Vertrauen der Bevölkerung verspielt: Wegen der Manipulationen an deutschen Transplantationszentren ist die Zahl der Organspenden dramatisch eingebrochen: 1046 Spender verzeichnete die Deutsche Stiftung Organtransplantation im Jahr 2012 und damit den niedrigsten Stand seit 2002. Im Jahr 2011 hatten noch 1200 Menschen nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Bemerkenswert ist dabei, dass der Rückgang am deutlichsten in der zweiten Jahreshälfte 2012 war, nach Bekanntwerden der Manipulationen an deutschen Transplantationszentren.

Baden-Württemberg ist schon seit längerer Zeit Schlusslicht in der bundesweiten Transplantatationsstatistik. Und das, obwohl im Südwesten schon 2005 in allen Krankenhäusern mit Intensivbetten Transplantationsbeauftragte installiert wurden und alle Beteiligten seit jeher intensiv für die Organspende werben.

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg möchte dazu beitragen, dass die Bevölkerung wieder Vertrauen in die Organspende setzt. Sie stellt das Thema daher in den Mittelpunkt ihres diesjährigen Ärztetags, der sich nicht nur an Ärztinnen und Ärzte richtet, sondern an alle im Gesundheitswesen Tätigen und vor allem auch an die Bevölkerung.

Hauptredner der Tagung sind der neue Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation, der sich für die Rückgewinnung des Vertrauens in die Organspende stark macht, Dr. jur Rainer Hess, und der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank-Ulrich Montgomery. In einer Podiumsdiskussion werden zudem die unmittelbaren und praktischen Erfahrungen eines Organ-Transplanteurs und eines Transplantatations-Beauftragten einfließen. Das Auditorium wird ausreichend Gelegenheit haben, sich mit eigenen Fragen und Statements einzubringen.

Der diesjährige Baden-Württembergische Ärztetag findet statt am 20. Juli in der Stadthalle Reutlingen. Die Teilnahme ist kostenfrei; Voranmeldung über das Anmeldeformular erbeten.

Das Programm als PDF

Quelle: Organspende: Wie gewinnen wir das Vertrauen zurück? – Landesärztekammer Baden-Württemberg

Transplantationen: Arzt prangert Organspendesystem an

Von Peter Hummel
Bild: corbis – Chirurg bei der OP: Keine Chance auf ein Organ
Eine junge Mutter bekommt kein lebensrettendes Organ, während ein Alkoholiker kurz nach der Transplantation stirbt. Ist das gerecht? Die Bundesärztekammer verschleppt die Reform des Vergabesystems. In den Kliniken wächst die Wut.

Das Licht auf der chirurgischen Intensivstation ist schummrig. Hinter großen Scheiben besprechen sich Schwestern, Pfleger und Ärzte – Alltag in einem Krankenhaus irgendwo in Deutschland, wo Leben gerettet und verlängert wird, wo es um Menschen geht, aber auch um Analysen, Zahlen, Prognosen.

Schwester Beate*, 36, arbeitet hier als Intensivpflegerin, lange Zeit hielt sie ihren Beruf für den schönsten der Welt. Das hat sich geändert. „Seit ein paar Jahren werden an unserem Haus Lebern transplantiert“, erzählt sie, „und seither ist der Job nur noch frustrierend.“ Sie deutet auf Bett Nummer drei, in dem ein älterer Mann im Sterben liegt. Vor sechs Wochen hat er eine neue Leber bekommen, sagt Beate, obwohl die Überlebenschancen des Alkoholikers trotz einer zwölfmonatigen Abstinenz nur im Promillebereich lagen. Einen Gang weiter liegt eine Frau Mitte 20, Mutter von zwei Kindern. „Diese Frau bräuchte auch eine Leber“, erklärt Beate, „aber sie hat in unserem System keine Chance, ein Organ zugeteilt zu bekommen.“ Sie wird innerhalb der nächsten Tage sterben.
Über Verteilungsgerechtigkeit bei der Organvergabe wird in Deutschland wenig gesprochen. Warum dieses Tabu? Weil es unbehaglich ist, dass des einen Rettung des anderen Tod bedeutet? Weil wir unsicher sind, was im Angesicht des Organmangels gerecht ist? Weil es möglicherweise auch um Eitelkeiten und Renommee, um Konkurrenzdenken und Statistiken geht?

Das Gesetz – ein Widerspruch in sich
Alle acht Stunden stirbt in Deutschland ein Mensch, weil er vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet hat. Wer das rettende Organ bekommt, entscheidet Eurotransplant anhand von Richtlinien, die die Ständige Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer (BÄK) bestimmt. Das deutsche Transplantationsgesetz besagt, dass sich die Auswahl der Empfänger sowohl nach der Dringlichkeit als auch nach den Erfolgschancen richten muss. Je dringender eine Transplantation jedoch ist, desto kranker ist der Patient und umso schlechter sind die Erfolgsaussichten. Das Gesetz – ein Widerspruch in sich.
Nach den Manipulationen haben Prüf- und Überwachungskommissionen nun alle Zentren für Lebertransplantationen in Deutschland kontrolliert. Der Bericht sollte der Öffentlichkeit eigentlich am 4. Juni vorgestellt werden, doch laut BÄK ist das Werk noch immer nicht vollbracht. Es stehen weitere Nachprüfungen an. Die Presse wird, wenn überhaupt, nur schleppend informiert.
Paul Franke*, 53, hat in seiner Laufbahn viele Lebern verpflanzt, er hat sogar ein Transplantationszentrum mitaufgebaut. Aber irgendwann war Schluss, da wollte er nicht mehr Teil eines Systems sein, das er für ungerecht hält. Heute ist er Leitender Chirurg einer Klinik irgendwo in Deutschland. Er kennt Kollegen, bei denen Polizeibeamte mit Durchsuchungsbefehlen vor der Tür standen, weil sie angeblich Werte eigener Patienten so manipuliert hätten, dass diese eher eine Leber bekamen. Die Staatsanwaltschaft klärt in den bekannt gewordenen Manipulationsfällen, ob Geld eine Rolle gespielt haben könnte. Franke meint jedoch: „Wenn es zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, dann nur deshalb, weil das Vergabeverfahren für Organe falsch ist. Hätten die Ärzte nicht manipuliert, wäre ihr Patient verstorben und ein anderer auch, der die Leber zwar ordnungsgemäß bekommen hätte, aber schon viel zu krank war.“
Der Soldat musste sterben, weil er die falsche Krankheit hatte
Die Diskussion dreht sich um den sogenannten Meld-Score. Das ist ein Bewertungsmaßstab, der über die Vergabe von Lebern entscheidet und sich aus zwei Leberwerten und einem Nierenwert zusammensetzt. Je höher die Summe, desto weiter oben steht der Betroffene auf der Warteliste, der Maximalwert liegt bei 40 Punkten. In den USA wird heute mit Meld-Werten von 15 bis 18 transplantiert, in Deutschland teilt Eurotransplant erst bei 35 ein Organ zu. „Wer 35 Punkte und mehr hat“, so Franke, „kommt in einem so kranken Zustand in den OP, dass die Überlebenschancen extrem gering sind.“
Doch was passiert mit jenen Patienten, die gar nicht diese 35 Punkte erreichen? Die Mutter von zwei Kindern auf der Intensivabteilung bei Schwester Beate etwa hat einen Meld-Wert von 22. Dass ihre Nieren zu gut funktionieren, ist jetzt ihr Unglück. Diese gute Nierenfunktion sorgt dafür, dass sie nie auf einen Wert von 35 kommen kann, sondern vorher sterben wird.
„Von diesen Fällen gibt es jede Menge“, weiß Franke, „und sie haben keine Anwälte, keine Fürsprecher.“ 2009 starb in einem deutschen Universitätsklinikum ein Soldat, der in Afghanistan verwundet worden war. Trotz seiner schweren Verbrennungen hatte er zunächst überlebt. In der Folge entwickelte er allerdings eine Erkrankung der Gallengänge, die zu Leberversagen führte. Eine Leber bekam er nicht, weil Patienten wie er nur wenige Punkte im Meld-Score bekommen. Der junge deutsche Soldat verstarb, weil er die falsche Krankheit hatte.
Was bedeutet Gerechtigkeit in Deutschland?

Das Problem ist der Bundesärztekammer bekannt. Hans Lilie ist Vorsitzender der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer (Stäko) und sagt, dass man im Herbst auf einer Klausur nach besseren Lösungen suchen wolle. Warum das bisher nicht passiert sei? „Wir arbeiten alle ehrenamtlich, stehen beim Thema Lebern seit über einem Jahr unter Hochdruck“, so Lilie. „Allein die Kontrollbesuche der Zentren haben enorm viel Zeit beansprucht.“ Ginge es nach dem Chirurgen Franke, müsste die Stäko das derzeitige Meld-System dringend reformieren und mit den Medizinern vor Ort an einer Lösung arbeiten. Ein erster Schritt wäre, die Anzahl der transplantierenden Kliniken so zu verringern, dass es nicht länger zu Rivalitäten kommt. Bayern machte hier kürzlich den Anfang und schloss zwei Lebertransplantationszentren in München und Erlangen.
„Leider sitzen in Deutschland an den entscheidenden Stellen bei der Bundesärztekammer zwei oder drei Sturköpfe, die sich bislang strikt weigerten, ihr eigenes System zu hinterfragen“, sagt Franke. „Jeder wusste das, aber niemand machte den Mund auf.“ Er streift sich seinen weißen Kittel über und verschwindet in der Klinik. Beate, die Pflegerin, kontrolliert bei dem älteren Mann auf der Intensivstation die Vitalfunktionen. Auch bei der jungen Mutter ein paar Betten weiter. Dabei fragt sie sich immer wieder, was Gerechtigkeit bedeutet in Deutschland.

Quelle: Transplantationen: Arzt prangert Organspendesystem an – SPIEGEL ONLINE

Organspendeskandal: Prüfbericht der BÄK erst im Herbst

Eigentlich soll der Prüfbericht Missstände bei der Organvergabe an deutschen Kliniken aufklären. Doch obwohl er offenbar fast fertig ist, will die Bundesärztekammer ihn erst nach den Wahlen im Herbst veröffentlichen. Patientenforscher fürchten, dass die Kliniken den Bericht in der Zeit noch weichspülen.

Foto dpa – Stress im OP: Spenderorgane sind Mangelware


München/Berlin – Eine grobe Fassung scheint schon fertig. Dennoch kommt der Prüfbericht über die Arbeit an den deutschen Lebertransplantationszentren erst im Herbst. Der Bericht ist eine Reaktion auf den Organspendeskandal und soll Missstände bei der Vergabe der Organe aufklären.

Die Bundesärztekammer (BÄK) verschiebe die Vorlage ihrer Untersuchung auf die Zeit nach der Bundestags- und der bayerischen Landtagswahl im September, schreibt das Magazin „Focus“. Einzelne Zentren, die den Bericht vor der Endredaktion vorgelegt bekamen, versuchten jetzt, Kritikpunkte zu entkräften. Eugen Brysch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz sprach von einem Skandal: „Immer größer werden die Zweifel, ob die Bundesärztekammer das richtige Gremium ist, für einen unabhängigen Bericht zu sorgen. Weder haben die Landtagswahl in Bayern noch die Bundestagswahl etwas mit der Aufarbeitung von Fakten zu tun“, erklärte er am Sonntag. Die Patientenschützer forderten, den Prüfbericht „nicht von den Transplantationszentren weichspülen zu lassen“.
Der Kammerpräsident Frank Ulrich Montgomery hatte das BÄK-Gremium nach Hinweisen auf Verfehlungen bei der Vergabe von Ersatzlebern vor einem Jahr aktiviert. Ursprünglich wollte er die Ergebnisse vor dem Hochsommer bekanntgeben. Staatsanwälte prüfen Vorgänge im Münchner TU-Klinikum, in Leipzig, Regensburg und in Göttingen. In vielen Fällen sollen Daten gefälscht und Krankenakten verändert worden sein, um Patienten auf der Warteliste für eine Spenderleber nach oben zu schieben.
Bundesweit gibt es 25 Kliniken, die Leberprogramme anbieten. Insgesamt haben rund 50 Kliniken Transplantationsprogramme – manche nur für einzelne Organe, andere für das ganze Spektrum. Nach den Leberprogrammen sollen auch die anderen nach und nach überprüft werden. Die bayerische Regierung hat bereits erste Konsequenzen aus dem Organspendeskandal gezogen und zwei Lebertransplantationszentren geschlossen.

Quelle: Organspendeskandal: Prüfbericht der BÄK erst im Herbst – SPIEGEL ONLINE

Zwischen Menschenwürde und Hoffnung auf Leben.

Karin Maag und Martin Kalus diskutieren über Organspende

Die Schwelle zwischen Leben und Tod, die Lage der Angehörigen und die Rolle des Staates, zwischen der Hoffnung auf Leben und der Achtung von Würde und Selbstbestimmung: Eine intensive, mitunter sehr persönliche Diskussion zog Gäste und Referenten unseres Themenabends zur Organspende „Im Sterben Leben schenken“ am 7. Mai 2013 im Stuttgarter Haus der Wirtschaft gleichermaßen in ihren Bann. Auf dem Podium: die Stuttgarter Bundestagsabgeordnete Karin Maag und Martin Kalus, Koordinator des Transplantationszentrums Stuttgart.

Kalus hatte zum Einstieg in die Debatte einerseits die Organisationsstruktur für Organspenden in Deutschland und Europa erläutert. Andererseits ging er auf die Verfahren zur Hirntoddiagnostik ein. Anschließend unterstrich Karin Maag am Beispiel eigener Erfahrungen, wie wichtig es sei, die eigene Haltung zur Organspende im Familienkreis zu diskutieren und zu klären. „Der Organspendeausweis schützt die Angehörigen vor einer schwierigen Entscheidung“, so die Abgeordnete, die sich als Mitglied im Gesundheitsausschuss im Deutschen Bundestag auch für die gesetzliche Regelung eingesetzt hatte, dass alle Krankenversicherten nun regelmäßig in dieser Frage angeschrieben werden sollen.

Die sehr ernsthafte und zugleich engagierte Diskussion kreiste um die Frage, inwieweit der Staat die Spendeintensität nicht stärker forcieren solle. Kalus und Maag stimmten jedoch darin überein, dass sowohl ethisch-religiöse Vorbehalte respektiert werden müssten und der Staat hier durch massiveres Auftreten eher Widerstände auslösen könne. Zur Sprache kamen auch die Ursachen der Skandale, die vor allem vor rund einem Jahr einen Schatten auf das Thema Organspende geworfen hatten. „Mit dem Vier-Augen-Prinzip haben wir in der Sache schon viel geleistet“, bilanzierte die Abgeordnete. An manchen Details arbeite gegenwärtig noch der Rechtsausschuss des Bundestages.

Quelle: Zwischen Menschenwürde und Hoffnung auf Leben, Veranstaltungsbeiträge, Publikationen, Bildungswerk Stuttgart, Konrad-Adenauer-Stiftung