Lauterbach: Organspende in Deutschland neu regeln – newsburger.de

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht sich für eine Neuregelung der Organspende in Deutschland aus. Lauterbach sagte in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag): „Eine Regelung, nach der grundsätzlich jeder Organspender ist, halte ich auch für Deutschland für richtig.“ Er sei dafür, die in Deutschland geltende Regelung „noch einmal gründlich zu überprüfen“, sagte Lauterbach mit Blick auf die Niederlande.

Quelle: Lauterbach: Organspende in Deutschland neu regeln – newsburger.de

Deutscher Bundestag – Kritik an lückenhafter Datenerfassung

Berlin: (hib/PK) Gesundheitsexperten befürworten die Errichtung eines zentralen Transplantationsregisters, befürchten jedoch, das Projekt könnte durch eine lückenhafte Datenerfassung gefährdet werden. Auch der Bundesrat verweist auf diese Schwachstelle. Dem Gesetzentwurf (18/8209) der Bundesregierung zufolge dürfen die Daten der Organempfänger und der lebenden Organspender nur dann an das Zentralregister übermittelt und dort dauerhaft gespeichert werden, wenn Spender und Empfänger vorher eingewilligt haben. Sachverständige halten diese Regelung für verfehlt, wie am Mittwoch eine öffentliche Anhörung im Gesundheitsausschuss ergab und auch aus den schriftlichen Stellungnahmen der Experten deutlich wird.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wies darauf hin, dass laut Transplantationsgesetz (TPG) die Spenderorgane nach Dringlichkeit und Erfolgsaussicht vergeben werden. Mangels valider Daten könnten jedoch die meisten Organe bisher nur nach Dringlichkeit vermittelt werden. Die geplante Regelung, wonach die Patienten einer Datenerfassung zustimmen müssen, wirke sich negativ aus. Eine verpflichtende Datenerhebung oder eine Widerspruchslösung wären sachgerechter. Die Bundesregierung wolle auch nicht auf die in der Vergangenheit erhobenen Daten zurückgreifen. Damit seien erste Ergebnisse des Registers erst in etwa zehn Jahren zu erwarten.

Auch das Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA) plädierte für eine verpflichtende Datenübermittlung. Selbst wenn Patienten über die Bedeutung und Tragweite der Einwilligung aufgeklärt würden, könnten sie sich dem Entwurf zufolge für die Transplantation und gegen die Datenübermittlung entscheiden. Ebenso denkbar wäre, dass ein Patient nach einer Transplantation seine Einwilligung zur Datenübermittlung wieder zurückziehe. Wegen der geringen Fallzahlen könnten schon wenige fehlende Daten die Ergebnisse beeinflussen. Weiterlesen

Bundesrat – Transplantationsregister – 945. Sitzung

Der Bundesrat fordert in seiner Stellungnahme vom 13. Mai 2016 eine vereinfachte Datenweitergabe bei der Errichtung eines bundesweiten zentralen Transplantationsregisters. Bislang werden die Daten, die man für eine Transplantation benötigt, dezentral erfasst: Transplantationszentren, Koordinierungsstelle, Vermittlungsstelle sowie die mit der Nachsorge betrauten Ärzte erheben zu verschiedenen Zeitpunkten eine Vielzahl von Informationen zu Spendern und Empfängern. Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, diese Daten an einem Ort zusammenzuführen – dem zentralen Transplantationsregister.

Personenbezogene Daten sollten nach Meinung der Länderkammer dabei auch ohne Einwilligung von Organempfänger und Organlebendspender an das Transplantationsregister übermittelt werden dürfen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass diese Personengruppen nur fragmentarisch im Register erfasst würden.

Transparenz, Qualitätssicherung, Datenschutz

Ziel der Zusammenführung von Daten ist es, deren Qualität und Verfügbarkeit zu steigern und die Dokumentation effektiver zu gestalten. Mit dem Transplantationsregister werde zudem die Grundlage für mehr Transparenz bei der Organspende geschaffen, heißt es in dem Gesetzentwurf.

Von einer unabhängigen Vertrauensstelle werden die personenbezogenen Daten vor der Aufnahme in das Register pseudonymisiert. Es ist vorgesehen, dass die Bundesdatenschutzbeauftragte sowohl die Transplantationsregisterstelle als auch die Vertrauensstelle kontrolliert.

Der Gesetzentwurf wird in einem besonderen Eilverfahren behandelt und wurde dem Bundestag bereits durch die Bundesregierung zugeleitet. Die Stellungnahme des Bundesrates wird nun nachgereicht.

Weitere Informationen
PDF-Dokument Entwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines Transplantationsregisters  (BR-Drs. 157/16 – PDF, 626 KB)
PDF-Dokument Ausschussempfehlungen  (BR-Drs. 157/1/16 – PDF, 77 KB)

Quelle: Pressemitteilung des Bundesrates v. 13.05.2016 Bundesrat – Plenum KOMPAKT – 945. Sitzung

Daten von Organspendern zentralisieren

#Transplantationsregister der #Bundesregierung am 13.5. im Bundesrat

Bemerkung: bes. eilbedürftige Vorlage gem. Art. 76 Abs. 2 Satz 4 GG

Quelle: 157-16.pdf

Einführung der Widerspruchspflicht bei der Organspende – Online-Petition

Offener Brief an die Bundesregierung/ Petition zur Einführung der Widerspruchspflicht bei der Organspende Sehr geehrte Damen und Herren der Bundesregierung, Mein Name ist Lars Klingenberg und betreue bei Facebook die Seite „Trikots für Joey“, welche mehr oder weniger regelmäßig über den 8 Jährigen Joey berichtet, welcher am 2. Weihnachtsfeiertag 2015 nach 2 Jahren, 4 Monaten und 22 Tagen des Wartens sein Spenderherz bekommen hat.

Einer unserer Hauptanliegen ist auf unserer Seite auch, im Rahmen von Texten auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen, um darauf aufmerksam zu machen, dass im Jahr 2015 mehr als 12.000 Menschen, auf eine Organspende warteten, während 877 Menschen (im Vergleich zu 2014 ein Anstieg von +14) transplantiert wurden.

Wir machen auch darauf aufmerksam, dass es in Deutschland einem der fortschrittlichsten Länder der Welt, immer wieder an der Politik (vorallem an der CDU) scheitert, dass die Zahlen der Organtransplantationen steigen, indem man Gesetze, wie dem OTPG (Organtransplantationsgesetz) in Österreich schafft, wo es in § 5 (1) heißt: (Quelle Wikipedia)

Weiterlesen: Einführung der Widerspruchspflicht bei der Organspende – Online-Petition

Fehlerhafte Hirntoddiagnostik?

Die Onlineausgabe der Süddeutschen Zeitung berichtet am 11.01.15 von einer Organentnahme die in Norddeutschland durchgeführt werden sollte. Demnach bemerkte einer der Chirurgen kurz nach Beginn der Operation, „dass der Spender womöglich gar nicht tot war“. Ob dabei möglicherweise während der Operation z. B. ein Formfehler im Hirntodprotokoll entdeckt wurde geht aus dem Artikel nicht hervor.

Dieser Vorfall, der sich Anfang Dezember 2014 in einem Krankenhaus im Raum Bremen/Bremerhaven zugetragen haben soll, wurde der Süddeutschen Zeitung von „Insidern“ zugetragen. Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Organtransplantation haben den Fall der Prüfungs- und Überwachungskommission, die bei der Bundesärztekammer angesiedelt ist, gemeldet. Diese will sich am heutigen Montag mit Thema Hirntoddiagnotik befassen. Angeblich gibt es auch weitere ähnlich Fälle.

Der kürzlich verstorbene Neurologe Hermann Deutschmann und der Chirurg Gundolf Gubernatis fordern seit Jahren ein Zusatzqualifikation für Ärzten die den Hirntod feststellen sollen. Mehr dazu u.a. in diesem 3sat Beitrag der auch in der Mediathek zu finden ist.

Schlamperei bei der Dokumentation, deshalb sei die Organentnahme abgebrochen worden. So ist in diesem Artikel von Radio Bremen zu lesen. Das Klinikum Reinkenheide weist in einem Interview mit Radio Bremen ein verschulden seiner Ärzte zurück.

Statement der Prüfungs- und der Überwachungskommission zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über eine vermeintlich zweifelhafte Hirntoddiagnostik in einem norddeutschen Krankenhaus vom 12.01.2015.

Gutachten zu Vorkommnissen in Transplantationszentren

Vor dem Hintergrund der 2012 bekanntgewordenen Vorkommnisse in verschiedenen Transplantationszentren hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) ein wissenschaftliches Gutachten in Auftrag gegeben:

Gegenstand des Gutachtens war die Prüfung der Frage, ob über die bereits in der Novelle des Transplantationsgesetzes 2012 vorgenommenen Gesetzesänderungen hinaus gesetzlicher Anpassungsbedarf besteht. Diese Prüfung sollte sowohl das Handeln der Strafverfolgungs-/Ermittlungsbehörden als auch das der zuständigen Berufsbehörden bzw. Kammern umfassen.
Das von Herrn Prof. Dr. Steffen Augsberg, Universität Gießen, erstellte Gutachen ist vom BMG abgenommen worden und wird hiermit veröffentlicht.

DOWNLOADS

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

So kombinieren Sie Patientenverfügung und Organspendeausweis

Essen. Viele haben einen Organspendeausweis im Portemonnaie, mancher hat auch eine Patientenverfügung im Nachttisch. Nur wenigen dürfte aber klar sein, dass sich beide Papiere nur schlecht miteinander vertragen. Wir erklären, worin der Widerspruch liegt und was man beachten sollte.Mit einer Patientenverfügung kann ein Patient seinen Willen für den Fall äußern, dass er aufgrund akuter Verletzung oder Erkrankung dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Er kann bestimmen, welche Behandlungen er wünscht und welche er ablehnt. Außerdem kann der Patient – am besten mit einer kombinierten Vorsorgevollmacht – eine Vertrauensperson bestimmen, die ihn gegenüber Ärzten und Pflegeteams vertritt (wir berichteten).Viele Betroffene lehnen in ihrer Verfügung lebensverlängernde, intensivmedizinische Maßnahmen ab. Ist der Patient aber gleichzeitig Organspender, kann es zu Konflikten kommen. Der Grund: Organe für Transplantationen dürfen erst bei einem nachgewiesenen Hirntod entnommen werden. Um das Absterben der Organe zu verhindern und ihre Transplantationsfähigkeit zu erhalten, müssen die Lebensfunktionen des Organspenders bis zur Feststellung des Hirntods künstlich aufrechterhalten werden.
Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gilt: Bevollmächtigte, Betreuer, Ärzte und Pfleger müssen die Patientenverfügung umsetzen, wenn darin der Wille eindeutig bezeichnet ist. „Es ist nicht erlaubt, die Bereitschaft zur Organspende höher zu bewerten als die Vorgaben der Patientenverfügung“, sagt Peter Schmitz.

So kombinieren Sie Patientenverfügung und Organspendeausweis | DerWesten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wp/panorama/so-kombinieren-sie-patientenverfuegung-und-organspendeausweis-id9933954.html#plx1597597661

Essen. Viele haben einen Organspendeausweis im Portemonnaie, mancher hat auch eine Patientenverfügung im Nachttisch. Nur wenigen dürfte aber klar sein, dass sich beide Papiere nur schlecht miteinander vertragen. Wir erklären, worin der Widerspruch liegt und was man beachten sollte.Mit einer Patientenverfügung kann ein Patient seinen Willen für den Fall äußern, dass er aufgrund akuter Verletzung oder Erkrankung dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Er kann bestimmen, welche Behandlungen er wünscht und welche er ablehnt. Außerdem kann der Patient – am besten mit einer kombinierten Vorsorgevollmacht – eine Vertrauensperson bestimmen, die ihn gegenüber Ärzten und Pflegeteams vertritt (wir berichteten).Viele Betroffene lehnen in ihrer Verfügung lebensverlängernde, intensivmedizinische Maßnahmen ab. Ist der Patient aber gleichzeitig Organspender, kann es zu Konflikten kommen. Der Grund: Organe für Transplantationen dürfen erst bei einem nachgewiesenen Hirntod entnommen werden. Um das Absterben der Organe zu verhindern und ihre Transplantationsfähigkeit zu erhalten, müssen die Lebensfunktionen des Organspenders bis zur Feststellung des Hirntods künstlich aufrechterhalten werden.
Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gilt: Bevollmächtigte, Betreuer, Ärzte und Pfleger müssen die Patientenverfügung umsetzen, wenn darin der Wille eindeutig bezeichnet ist. „Es ist nicht erlaubt, die Bereitschaft zur Organspende höher zu bewerten als die Vorgaben der Patientenverfügung“, sagt Peter Schmitz.

So kombinieren Sie Patientenverfügung und Organspendeausweis | DerWesten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wp/panorama/so-kombinieren-sie-patientenverfuegung-und-organspendeausweis-id9933954.html#plx1597597661

Essen. Viele haben einen Organspendeausweis im Portemonnaie, mancher hat auch eine Patientenverfügung im Nachttisch. Nur wenigen dürfte aber klar sein, dass sich beide Papiere nur schlecht miteinander vertragen. Wir erklären, worin der Widerspruch liegt und was man beachten sollte.Mit einer Patientenverfügung kann ein Patient seinen Willen für den Fall äußern, dass er aufgrund akuter Verletzung oder Erkrankung dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Er kann bestimmen, welche Behandlungen er wünscht und welche er ablehnt. Außerdem kann der Patient – am besten mit einer kombinierten Vorsorgevollmacht – eine Vertrauensperson bestimmen, die ihn gegenüber Ärzten und Pflegeteams vertritt (wir berichteten).Viele Betroffene lehnen in ihrer Verfügung lebensverlängernde, intensivmedizinische Maßnahmen ab. Ist der Patient aber gleichzeitig Organspender, kann es zu Konflikten kommen. Der Grund: Organe für Transplantationen dürfen erst bei einem nachgewiesenen Hirntod entnommen werden. Um das Absterben der Organe zu verhindern und ihre Transplantationsfähigkeit zu erhalten, müssen die Lebensfunktionen des Organspenders bis zur Feststellung des Hirntods künstlich aufrechterhalten werden.
Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gilt: Bevollmächtigte, Betreuer, Ärzte und Pfleger müssen die Patientenverfügung umsetzen, wenn darin der Wille eindeutig bezeichnet ist. „Es ist nicht erlaubt, die Bereitschaft zur Organspende höher zu bewerten als die Vorgaben der Patientenverfügung“, sagt Peter Schmitz.

So kombinieren Sie Patientenverfügung und Organspendeausweis | DerWesten – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wp/panorama/so-kombinieren-sie-patientenverfuegung-und-organspendeausweis-id9933954.html#plx1597597661

Essen. Viele haben einen Organspendeausweis im Portemonnaie, mancher hat auch eine Patientenverfügung im Nachttisch. Nur wenigen dürfte aber klar sein, dass sich beide Papiere nur schlecht miteinander vertragen. Wir erklären, worin der Widerspruch liegt und was man beachten sollte.

Lange Wartelisten: Etwa 11.000 Menschen warten derzeit auf ein Spenderorgan. Foto: dpa

Mit einer Patientenverfügung kann ein Patient seinen Willen für den Fall äußern, dass er aufgrund akuter Verletzung oder Erkrankung dazu selbst nicht mehr in der Lage ist. Er kann bestimmen, welche Behandlungen er wünscht und welche er ablehnt. Außerdem kann der Patient – am besten mit einer kombinierten Vorsorgevollmacht – eine Vertrauensperson bestimmen, die ihn gegenüber Ärzten und Pflegeteams vertritt (wir berichteten).

Viele Betroffene lehnen in ihrer Verfügung lebensverlängernde, intensivmedizinische Maßnahmen ab. Ist der Patient aber gleichzeitig Organspender, kann es zu Konflikten kommen. Der Grund: Organe für Transplantationen dürfen erst bei einem nachgewiesenen Hirntod entnommen werden. Um das Absterben der Organe zu verhindern und ihre Transplantationsfähigkeit zu erhalten, müssen die Lebensfunktionen des Organspenders bis zur Feststellung des Hirntods künstlich aufrechterhalten werden.

Wie ist die Rechtslage?

Rechtlich gilt: Bevollmächtigte, Betreuer, Ärzte und Pfleger müssen die Patientenverfügung umsetzen, wenn darin der Wille eindeutig bezeichnet ist. „Es ist nicht erlaubt, die Bereitschaft zur Organspende höher zu bewerten als die Vorgaben der Patientenverfügung“, sagt Peter Schmitz.

Am Ende würde das bedeuten: „Wer ohne weitere Zusätze lebensverlängernde Maßnahmen ablehnt, kann seinen Organspendeausweis im Prinzip auch vernichten. Im Ergebnis kommt es auf das Gleiche heraus.“ Entsprechend müsste jeder Besitzers eines Oranspendeausweises ein Interesse an einer eindeutigen Regelung haben.Wie gehen Ärzte mit dem möglichen Widerspruch um?

Mediziner, Juristen und Ethiker haben sich im Auftrag der Bundesärztekammer mit dem Problem beschäftigt und im März 2013 ein Arbeitspapier erstellt, das Orientierung geben soll: Bei einem vermuteten Hirntod halten die Experten demnach den in der Patientenverfügung ausgedrückten Wunsch nach Therapiebegrenzung für durchaus vereinbar mit der Bereitschaft zur Organspende und der dafür erforderlichen kurzzeitigen Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen bis zur Feststellung des Hirntodes. „Patientenverfügung und Organspendeerklärung sind Mittel, den Patientenwillen festzustellen.

Der Patient hat beide Erklärungen verfasst. Daher müssen beide bei der Feststellung des Patientenwillens berücksichtigt werden“, heißt es. Eine isolierte Betrachtung der Patientenverfügung ohne Rücksicht auf die Organspendererklärung würde dem Willen des Patienten nicht gerecht werden. „Die Organspendeerklärung kann nicht durch die hypothetische Annahme entkräftet werden, dass sich der Patient über die Notwendigkeit der Fortsetzung intensivmedizinischer Maßnahmen nicht im Klaren gewesen sei“, heißt es in dem Papier.

Anders sei dies, wenn die Ärzte vermuten, dass der Hirntod erst „in wenigen Tagen“ eintreten wird. Eine Fortführung der intensivmedizinischen Behandlung würde den Sterbeprozess um den schwer vorhersehbaren Zeitraum bis zum Eintritt des Hirntodes verlängern. „Daher kann in diesen Fällen nicht schon aus der Organspendeerklärung des Patienten abgeleitet werden, dass er mit der Fortführung intensivmedizinischer Maßnahmen einverstanden ist. Eine Entscheidung hierüber ist folglich mit dem Patientenvertreter und den Angehörigen des Patienten zu suchen.“Als „rechtlich unzulässig und ethisch nicht vertretbar“ werten die Experten die Reanimation eines Patienten, der zwar seine Organspendebereitschaft dokumentiert, einer Reanimation in der Patientenverfügung aber widersprochen hat.

Was ist von dem Papier zu halten?

Es ist umstritten und keineswegs allgemein anerkannt. „Nur der Gesetzgeber kann das Dilemma wirklich auflösen“, sagt Schmitz.

Was kann ich selbst tun, das Dilemma aufzulösen?

„Mit einer Organentnahme kann ich mich auch in einer Patientenverfügung ausdrücklich einverstanden erklären“, sagt Peter Schmitz. Ergänzend empfiehlt er folgenden Passus: „Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Gehirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür kurzfristig zur Erhaltung der Lebensfunktionen ärztliche Maßnahmen durchgeführt oder aufrecht erhalten bleiben, dann geht meine Bereitschaft zur Organspende bis dahin vor.“ Ebenfalls möglich sei es, die Entscheidung, ob Patientenverfügung oder Organentnahme vorgehen soll, an Bevollmächtige oder Betreuer zu delegieren.

DSO empfiehlt Hinweis im AusweisHat der potenzielle Organspender weder Spenderausweis noch Patientenverfügung samt Aussagen zur Spendebereitschaft, müssen die Angehörigen über eine Spende entscheiden.

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) empfiehlt jenen Besitzern eines Organspendeausweises, die auch eine darauf abgestimmte Patientenverfügung verfasst haben, einen entsprechenden Hinweis in dem Ausweisfeld „weitere Anmerkungen“.


Quelle: DerWesten

Weitere Beiträge zum Thema Patientenverfügung in diesem Blog

Ex-Olympiasieger Hartwig Gauder hat seit 17 Jahren ein Spenderherz und hofft auf neue Gesetzgebung

11.10.2014 – 07:20 Uhr

„Die Widerspruchsregelung wäre ungleich sinnvoller“

Hartwig Gauder Foto: Esther Goldberg

Das Herzzentrum Berlin ist wegen des Transplantationsskandals in die Schlagzeilen geraten. Insgesamt 14 Manipulationen werden vermutet. Das Vertrauen in die Transplantationsmedizin ist erneut gestört.Einer, der in diesem Zentrum behandelt wird, ist Hartwig Gauder aus Erfurt. Der einstige 50-km-Olympiasieger, Welt- und Europameister hat dort sein Spenderherz bekommen und muss regelmäßig zu Kontroll-Untersuchungen nach Berlin reisen. Gauder engagiert sich unter anderem im Verein „Sportler für Organspende“ und in der Deutschen Stiftung für Organtransplantation.

Welche Auswirkungen befürchten Sie wegen dieses neuerlichen Skandals auf die Kranken?

Die Auswirkungen sind verheerend. In dem Jahr, als ich ein neues Herz bekam, also 1997, wurden insgesamt 516 Herzen implantiert. Voriges Jahr waren es nur noch 314 Herzen in insgesamt 24 Kliniken in Deutschland.

Werden weniger Herzen benötigt?

Auf keinen Fall. Aber die Zahl der Spender ist dramatisch zurück gegangen. Im vergangenen Jahr waren es gerade mal 876. Das Jahr zuvor hatten sich 1046 Menschen für den Fall ihres Todes für eine Organspende entschieden.

Was bedeutet das für Menschen, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind?

Das lässt sich ganz einfach schlussfolgern: An jedem Tag im Jahr sterben drei Menschen, die auf einer der Wartelisten für Organspenden stehen. Insgesamt sind auf diesen Listen etwa 12″000 Menschen registriert. Nur 3248 von ihnen konnte im vergangenen Jahr geholfen werden. Im übrigen ist das nicht nur für die Betroffenen dramatisch. Jeder auf dieser Warteliste hat Angehörige, die bangen und zittern.

Aber es ist unfair, wenn Kranke von ihren Ärzten auf den Listen nach vorn geschoben werden, indem sie Arzneien bekommen, die die tatsächliche Dringlichkeit erhöhen.

Ja, klar. Das verstößt gegen die Gleichbehandlung des Menschen. Doch dort, wo Mangel besteht, ist die Not am größten. Die Gründe, warum Ärzte ihre eigenen Patienten auf diese Weise schneller auf vordere Plätze auf der Liste bringen wollten, sind jedoch noch nicht klar. Sicher ist bisher nur, dass es nicht darum ging, Privatpatienten zu bevorzugen.

Sollte man daraus schlussfolgern, dass die Manipulationen doch nicht ein so großer Skandal waren?

Nein, so weit würde ich nicht gehen. Aber möglicherweise werden Juristen irgendwann feststellen, dass die Manipulationen nicht nachweisbar sind.

Die erhöhte Dosis bei Medikamenten lässt doch aber den Schluss zu?

Nein, das wäre zu schlicht geschlussfolgert. Ich sehe das doch an mir. Ich erlebe mit meinem Herzen Höhen und Tiefen. Gerade jetzt erst wurde meine Medikamentation verändert. Mir ging es richtig schlecht, ich war überhaupt nicht mehr leistungsfähig. Im Krankenhaus wurde ich daraufhin auf andere Medikamente eingestellt. Die haben mich wieder auf die Beine gebracht, aber ich hätte genauso gut umfallen können. Das war mir bereits 2009 passiert. Mein Kreislauf war einfach weggesackt.

Aus der Sicht der Patienten ist die Hoffnung für die höchste Dringlichkeitsstufe auf der Warteliste für ein Spenderorgan ohnehin verständlich. Wie haben Sie Ihre Situation in den Neunzigern in Erinnerung?

Für mich war es gar nicht vorstellbar. Aber ich hätte auch gar nicht mitbekommen, wenn manipuliert worden wäre. Das wird den Patienten ja nicht gesagt. Es gibt lediglich die Information, dass man nun auf die Stufe „höchste Dringlichkeit“ gesetzt wird. Diese Info motiviert übrigens noch einmal, die eigenen Heilkräfte hoch zu holen. Als ich diese Stufe 1997 bekam, habe ich mir noch maximal drei Wochen Lebenszeit gegeben. Eigentlich nur zwei Wochen, aber ich habe dank meines Leistungssports und dem damit verbundenen Willen an eine zusätzliche Woche geglaubt und mich daran geklammert.

Warum gibt es in Deutschland so wenige Spenderherzen und andere Organe?

Ich denke, Deutschland hat die Situation um Organspenden einfach falsch angepackt. In fast allen Ländern Europas gibt es die Widerspruchsregelung. Wer kein Organspender sein will, muss aktiv widersprechen. In Deutschland hingegen gilt weiterhin die erweiterte Zustimmungslösung. Das heißt, man hat entweder einen Spenderausweis, oder es müssen im Falle eines Todes die Angehörigen gefragt werden, ob sie mit einer Organspende einverstanden wären. Das ist in neun von zehn Fällen, da eine Organspende möglich wäre, der Fall. Aber so kommt doch die Frage zur Organspende zur falschen Zeit am falschen Ort. Menschen in tiefer Trauer sind zu einer klaren Antwort kaum fähig.

Sie sind also für die Widerspruchslösung?

Ja, unbedingt. Wer nicht im Todesfall ein Organ spenden möchte, muss zu Lebzeiten schriftlich widersprechen. Ich habe fast niemanden getroffen, der nicht spenden würde. Doch ohne Organspenderausweis wissen das die Ärzte nicht. Mit der Widerspruchslösung würde zwar das Problem der Organspende nicht gänzlich gelöst. Aber es würde die Situation mildern.

Viele Menschen haben Angst, dass sie noch gar nicht wirklich gestorben sind, wenn sie sich für eine Organspende bereit erklärt haben und nun an Maschinen hängen.

Darum hätte ich keine Bange. Zwei unabhängig arbeitende Ärzte müssen den Hirntod festgestellt haben.

Kommende Woche haben Sie einen Termin für die nächste Herzuntersuchung in Berlin. Vertrauen Sie den Ärzten?

Ja, das tu ich. Vertrauen ist eine Grundlage der Heilung. Die Manipulationsvorwürfe stammen übrigens aus Überprüfungen der Fälle zwischen 2010 und 2012. Im vergangenen Jahr sind die Bedingungen noch einmal verschärft worden. Zudem betreffen die Manipulationen, so schlimm sie sind, ja nicht die Sorgfaltspflicht gegenüber jenen Patienten, die der Arzt gerade behandelt.

Einer, der wie Sie bereits am Lebensabgrund stand und in diese Endlichkeit geschaut hat, erlebt die derzeitige Diskussion um aktive Sterbehilfe sicher intensiver als jene, die das Thema aktuell weniger bedrängt. Wäre eine solche Hilfe sinnvoll?

In besonderen Fällen kann sie richtig sein. Allerdings sollte man nicht glauben, dass Organspenden und aktive Sterbehilfe miteinander zu tun hätten. Wer aktive Sterbehilfe beansprucht, kommt nicht mehr als Organspender in Frage. Dennoch: Aktive Sterbehilfe kann in besonderen Fällen richtig sein. Sie muss ja nicht unbedingt von Ärzten kommen. Sie haben schließlich einen Beruf, der heilen oder zumindest lindern soll. Andererseits hat der Mensch Anspruch auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben. Und das Sterben gehört nun einmal dazu.

Hadern Sie manchmal mit Ihrer gesundheitlichen Situation?

Nein. So verrückt es sich auch anhören mag: Die Transplantation hat mir viel gegeben, auch wenn es für meine Familie ungeheuer hart war. Zuerst einmal bekam ich ein zweites Leben, in dem ich mich meist so fit fühle wie auch andere um die 60. Natürlich muss ich mich vorsehen und genau auf meinen Körper hören. Und mein Körper hört auch auf mich. Aber ich habe auch zutiefst begriffen, dass es um Gleichgewicht im Leben geht und nicht nur um immer schnellere und größere Ereignisse, Reize oder Erlebnisse. Seit meiner Transplantation gilt das Motto: „Fürchte dich nicht, langsam zu gehen. Fürchte dich nur, stehen zu bleiben.“ Ich gehe auf andere Menschen zu und bin sensibler geworden mit meinem neuen Herzen. So schlimm das Gefühl war, die eigene Leistungsfähigkeit zu verlieren, konnte ich inzwischen vielen anderen Menschen helfen, die auch den Transplantationsweg gehen mussten, oder auch anderen kranken Menschen, die am Abgrund standen.

Treiben Sie noch Sport?

Ja, soweit das möglich ist. Ich spiele Golf, walke und jogge auch mal. Und wenn es nur 100 Meter sind. Das habe ich auch einem Siebzigjährigen geantwortet, der sich bitter beklagt hat, er laufe die zehn Kilometer nicht mehr unter einer Stunde. Dieses Ziel hat mit altersgerechtem Sport nichts zu tun und kann zu gänzlich unnötiger Unzufriedenheit führen.

Ist Ihnen heute der Olympiasieg 1980 oder aber die Teilnahme am New-York-Marathon mit dem neuen Herzen 1998 wichtiger?

Ach, das Wichtigste für mein Leben ist wohl, dass mir meine Frau über den Weg gelaufen ist, wir eine Familie sind. Natürlich, die Titel haben Spaß gemacht und der Leistungssport war toll. Und das Walken in New York, als ich acht Minuten zu schnell über die Ziellinie kam und deshalb disqualifiziert wurde, war auch gut. Oder der Berlin-Marathon ein Jahr später, den ich unter sechs Stunden gewalkt bin. Doch jetzt, im Moment, fange ich wieder bei 100 Meter Joggen an. Das ist jetzt meine Aufgabe. Da lässt sich nichts gegenein­ander abwägen.

Wie feiern Sie Geburtstag?

In ganz kleinem Rahmen und mit besonders nahen Menschen, die mich in den vergangenen Jahren so intensiv begleitet haben.

Esther Goldberg / 11.10.14

Quelle: OTZ

Organspende: Recht auf Lebenschance

Der knapp zwei Jahre alte Muhammet Eren soll nicht auf die Warteliste für ein Spenderherz. Damit verstoßen die Ärzte gegen das Grundgesetz und die UN-Behindertenrechts-Konvention, sagt sein Anwalt.

Muhammet Eren mit Vater Ibrahim Yavuz Dönmez. Foto: Privat

Es geht um Leben oder Tod des kleinen Muhammet Eren Dönmez. Jetzt haben nicht mehr alleine Ärzte über das Schicksal des kleinen herzkranken Jungen zu entscheiden. Die Justiz ist eingeschaltet. Am nächsten Freitag, 12. September, will das Landgericht Gießen mündlich den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen die Universitätsklinik Gießen verhandeln. Damit wollen die Eltern erreichen, dass ihr knapp zweijähriger Sohn doch noch die Chance erhält, ein Spenderherz zu bekommen. Weiterlesen